Eröffnet wurde die Metropolkonferenz von Kabarettist Josef Brustmann, der mit einer launigen Begrüßung in das Thema Gesundheit einführte. Brustmann kündigte den Vorsitzenden des Netzwerks Metropolregion München, den Münchner OB Christian Ude, sogleich als „Spezialisten für große Fässer“ an. Damit sei er genau der richtige Mann für eine Konferenz zur Gesundheitswirtschaft, denn ein großes Fass sei die Gesundheit ja allemal. Ude nahm den ihm zugespielten Ball an und bekräftigte, dass das Thema für die Metropolregion München von herausragender Bedeutung sei. Und der Bedarf, sich abzustimmen, sei groß: „Wir können als Metropolregion München all die Aufgaben, die in der Region anstehen, gemeinsam besser bewältigen als jede Kommune für sich allein.“
Als eine solche Aufgabe identifizierten sowohl Ude als auch der Landrat des gastgebenden Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, Josef Niedermeier, den Mangel an Fachkräften. Dieser sei auch in der Gesundheitswirtschaft in der Region deutlich spürbar und werde sich zuspitzen, wenn man dem nicht entgegenwirke. Ude: „Gerade wegen der Hochkonjunktur in der Region ist bei uns der Fachkräftemangel größer als anderswo.“
Landrat Niedermaier verwies in seinem Vortrag auf das hohe Wachstumspotential, das der Gesundheitswirtschaft in Prognosen attestiert werde. Denn in einem Aspekt habe sich die Gesundheitswirtschaft in der Region stark verändert: Früher seien die Menschen „verschickt“ worden, niemand habe sich wirklich aussuchen können, wo er einen Krankenhaus- oder Kuraufenthalt verbringe. Heute suchten die Menschen sich immer mehr selbst aus, wohin sie fahren, um sich ihrer Gesundheit zu widmen. Dies habe seinem Landkreis und der Region auf Grund seiner guten Angebote und traumhaften Landschaften einen enormen Zuwachs an Besuchern gebracht, die hier etwas für ihre Gesundheit tun möchten.
REGIONALE GESUNDHEITSWIRTSCHAFT PROFITIERT VOM WERTEWANDEL
Corinna Langwieser, Zukunftsforscherin mit dem Schwerpunktthema Gesundheit und Gastreferentin der Metropolkonferenz, zeigte in ihrem Vortrag die aktuelle Veränderung gesellschaftlicher Idealvorstellungen auf. Gesundheit sei neben Familie und Gemeinschaft einer der Werte, der für viele Menschen stark an Bedeutung zulege. „Und Gesundheit meint auch immer mehr das persönliche Wohlbefinden“, attestierte Langwieser. Auch sie zog das Fazit, dass viele ihre Gesundheit verstärkt selbst in die Hand nähmen und diese als „persönliches Projekt“ betrachteten – mit der Konsequenz, dass Gesundheitsangebote in der Metropolregion München auf Grund ihrer hohen Qualität und Angebotsvielfalt einen starken Zulauf erlebten.
Langwieser forderte die Akteure der Region auf, ihre Vernetzung weiter fortzuführen und zu intensivieren: „Kooperationen, Verbünden und Zusammenschlüssen gehört die Zukunft. Die Kombination aus Kooperation und internem Wettbewerb ist das neue Erfolgs-Grundprinzip, auch für die Gesundheitswirtschaft in der Europäischen Metropolregion München. Es geht darum, die gemeinschaftlichen Pluspunkte herauszustellen und gleichzeitig die Stärken jedes Einzelnen zu betonen.“
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