Der Bundesbank-Gewinn dürfte 2010 deutlich geringer ausgefallen sein als im Jahr zuvor. Nach Schätzungen der BHF-Bank, über die Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochausgabe) berichtet, hat die Notenbank 2010 nur einen Überschuss von rund drei Milliarden Euro erzielt. Ein Jahr zuvor waren es noch 4,1 Milliarden Euro gewesen, 2008 hatte der Überschuss 6,3 Milliarden Euro betragen. „Der Rückgang ist vor allem auf niedrigere Zinserträge zurückzuführen. Grund hierfür ist, dass deutsche Banken sich im Jahresverlauf 2010 in immer geringerem Umfang bei der Bundesbank und immer stärker bei Geschäftsbanken refinanziert haben“, sagte BHF-Chefvolkswirt Uwe Angenendt. Das geringere Handelsvolumen führt zu den niedrigeren Zinserträgen der Notenbank. Die Bundesbank führt ihren Gewinn an den Bund ab. Drei Milliarden Euro des Überschusses fließen 2011 in den Bundeshaushalt, darüber hinausgehende Mittel verwendet die Regierung für die Tilgung der Verbindlichkeiten aus dem so genannten „Tilgungsfonds“. Dieses Sondervermögen hatte die Bundesregierung in der Finanzkrise geschaffen, um die Konjunkturpakete zu finanzieren. Bestätigt sich die Prognose der BHF-Bank, bliebe für den Schuldenabbau jedoch kein Geld übrig. Die anderen Gewinnquellen der Bundesbank dürften sich kaum verändert haben, da die Zinshöhe im In- und Ausland unverändert gewesen sei, sagt Angenendt. Am 8. März wird die Bundesbank ihren Gewinn auf ihrer Bilanzpressekonferenz offiziell bekanntgeben.
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