Auch in dieser Woche rutscht die SPD auf ein weiteres Rekordtief
ab, während die Union sich merklich verbessern kann.
Projektion
Wenn am nächsten Sonntag wirklich gewählt würde, dann käme die
CDU/CSU jetzt auf 33 Prozent (plus 2), die SPD nur noch auf 17
Prozent (minus 2). Die AfD erreichte 14 Prozent (unverändert), die
FDP 8 Prozent (plus 1), die Linke 11 Prozent (unverändert) und die
Grünen erhielten 12 Prozent (minus 2). Die anderen Parteien lägen
zusammen bei 5 Prozent (plus 1).
SPD und Große Koalition
Offensichtlich anders als bei den Parteimitgliedern findet die
Große Koalition bei den SPD-Anhängern eine sehr deutliche Zustimmung:
So fänden es 66 Prozent und damit genauso viele wie bei den
Unions-Anhängern gut, wenn es zu einer Koalition aus CDU, CSU und SPD
käme (egal: 15 Prozent; schlecht: 17 Prozent; Rest zu 100 Prozent
hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“). 61 Prozent der
SPD-Anhänger sind zudem der Auffassung, dass es für die SPD besser
wäre, in eine Große Koalition zu gehen als in die Opposition (33
Prozent). Vor diesem Hintergrund ist es nicht weiter verwunderlich,
dass 78 Prozent der SPD-Anhänger erwarten, dass es beim
SPD-Mitgliederentscheid zu einer Mehrheit für die Große Koalition
kommen wird (keine Mehrheit: 19 Prozent).
TOP TEN
Auf der Liste der nach Meinung der Befragten zehn wichtigsten
Politikerinnen und Politiker fallen die Veränderungen jetzt teilweise
recht deutlich aus: Wolfgang Schäuble liegt auf der Skala von +5 bis
-5 weiter auf Platz eins mit einem unveränderten Durchschnittswert
von 1,9. Dahinter folgen Sigmar Gabriel mit deutlich verbesserten 1,7
(Februar I: 1,3), Angela Merkel mit 1,4 (Februar I: 1,2), Cem Özdemir
mit 1,1 (Februar I: 0,9), Andrea Nahles mit 0,3 (Februar I: 0,4),
Markus Söder mit ebenfalls 0,3 (Februar I: 0,0), Sahra Wagenknecht
mit 0,2 (Februar I: 0,1), Christian Lindner mit unveränderten 0,2 und
Horst Seehofer auch er mit 0,2 (Februar I: minus 0,3). Geradezu
abgestürzt ist Martin Schulz, der nur noch auf minus 0,9 kommt
(Februar I: 0,0). Vor einem Jahr lag er noch mit 2,0 auf Platz eins
der Top Ten.
Sigmar Gabriel wieder Außenminister? Angela Merkel wieder
Kanzlerin?
Während der zurückgetretene SPD-Vorsitzende Martin Schulz gerade
auch bei den SPD-Anhängern einen massiven Ansehensverlust hinnehmen
muss, ist bei Sigmar Gabriel das Gegenteil zu beobachten. Aber auch
außerhalb der eigenen Parteianhängerschaft wird seine Arbeit sehr
positiv bewertet. So fänden es 67 Prozent aller Befragten und 77
Prozent der SPD-Anhänger gut, wenn er in einer neuen Bundesregierung
Außenminister bleiben würde (nicht gut: 24 Prozent bzw. 17 Prozent).
Wenn Angela Merkel wieder Kanzlerin wird, fänden das 52 Prozent
aller Befragten gut und 44 Prozent nicht gut. Bei den
CDU/CSU-Anhängern sprechen sich 85 Prozent für eine weitere
Kanzlerschaft von Angela Merkel aus und 13 Prozent dagegen.
Politischer Kurs von CDU und SPD
Bei der Auseinandersetzung über die Große Koalition geht es immer
auch um eine mögliche Veränderung der politischen Kurses. Bei der CDU
gibt es Forderungen, wieder mehr traditionell-konservative Positionen
zu vertreten und bei der SPD wird ein stärkerer Links-kurs verlangt.
Ähnlich wie in der Vergangenheit spricht sich aber nur ein gutes
Drittel (35 Prozent) der Unions-Anhänger für eine konservativere
Ausrichtung der CDU aus, während 61 Prozent mit dem aktuellen Kurs
zufrieden sind oder sogar weniger traditionell-konservative
Positionen befürworten. Bei den SPD-Anhängern plädieren 43 Prozent
für mehr linke Positionen in der SPD und 53 Prozent wollen entweder
keine Änderung am Kurs der SPD oder sind sogar für eine weniger linke
Profilierung.
Dieselfahrverbote
Eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten ist gegen ein
Fahrverbot für Dieselfahrzeuge, die nicht die neueste Abgas-Norm
haben, wenn die Grenzwerte bei Luftschadstoffen überschritten sind.
43 Prozent sind für entsprechende Fahrverbote.
Verhältnis zur Türkei
Trotz der Freilassung des Journalisten Deniz Yücel durch die
Türkei und einer verbalen Entspannung auf Regierungsebene sind 93
Prozent der Befragten der Meinung, dass die Beziehungen zur Türkei
eher schlecht sind und nur 5 Prozent halten sie für eher gut. Für 92
Prozent ist die Türkei kein vertrauenswürdiger Partner.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 20. bis 22. Februar 2018 bei 1.360 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz-
als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der
Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/-
drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-
zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 38
Prozent, SPD: 19 Prozent, AfD: 10 Prozent, FDP: 8 Prozent, Linke: 11
Prozent, Grüne: 12 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF
am Freitag, 16. März 2018.
Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen
Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de
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