Vielleicht können Sie eine ganz ähnliche Geschichte aus Ihrem Unternehmensalltag erzählen: Der Produktionsleiter eines mittelständischen Unternehmens aus dem Kunststoffbereich ruft seinen Geschäftsführer an, der im Krankenhaus liegt. Er möchte wissen, ob eine bestimmte Maschine aus Volleisen ist oder nicht und findet dazu keine Unterlagen. Der Geschäftsführer sagt ihm, er solle mit einem Hammer gegen die Maschine schlagen und den Telefonhörer daneben halten. Er könne am Klang des Schlages erkennen, ob es Vollmetall ist oder nicht.
Woran erkennt der Geschäftsführer diesen Klang? „Er hat halt Erfahrung“ würden wohl die meisten jetzt sagen. Das stimmt – und doch ist es ein Wissen, welches nirgendwo niedergeschrieben ist, sondern das er sich durch die langjährige Arbeit mit den Materialien angeeignet hat.
Ein weiteres Problem hängt damit in der Zukunft zusammen: Wenn dieser Geschäftsführer nun in Pension geht, ist sein Wissen für immer verloren, wenn es nicht in irgendeiner Form festgehalten oder weitergegeben wird.
Dieses Wissen, welches nicht bewusst als solches wahrgenommen, sondern aus den Handlungen in bestimmten Situationen ersichtlich wird, nennt man in der Wissenschaft implizites Wissen oder auch Erfahrungswissen.
Wie geht Ihr Unternehmen mit diesem Erfahrungswissen um, das in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter steckt? Gibt es z.B. Expertengruppen oder Mentorenprogramme, niedergeschriebene Best Practice-Beispiele oder werden Mitarbeiter mit besonderen Kenntnissen identifiziert?
Dieses implizite Wissen der Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, wenn der Mitarbeiter schon längst weg ist, wird ein entscheidender Punkt für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sein. Mindestens genauso wie Zahlen, Daten, Fakten ist Erfahrungswissen die treibende Kraft, der Motor, in allen Bereichen eines Unternehmens – egal ob es um Innovationen oder alltägliche Geschäftsprozesse geht.
Wie es um das Wissensmanagement in mittelständischen Unternehmen in Bayern aussieht, untersucht Elisabetta Cammalleri in ihrer Diplomarbeit „Erfahrungswissen als Bestandteil von effektivem Wissensmanagement – eine Analyse über den Handlungsbedarf in bayerischen KMUs und mögliche Handlungsempfehlungen“, die von Prof. Dr. Klaus Götz von der Universität Koblenz-Landau betreut wird. Basis soll eine Umfrage sein unter Geschäftsführern, Personalleitern und allen, die das Thema Wissensmanagement in Ihrem Unternehmen betreuen. Die Fragen dazu können Sie in etwa 20 Minuten beantworten.
Wenn Sie sich für die Ergebnisse dieser Arbeit interessieren, dann machen Sie doch einfach mit!
Ihre Fragen beantwortet Frau Cammalleri gerne unter ecammalleri@perim.de oder Telefon 0911 6000 9930.
Weitere Informationen unter:
https://x1.rogator.de/rogator/perim_ssl/Erfahrungswissen/