Wirtschaftskoordination auf beiden Seiten der Taiwanstraße

Der frühere Vizepräsident der Republik China (Taiwan), Vincent C. Siew erklärte, dass es unabdingbar sei, dass Taiwan weitere freie Handelsabkommen aushandele und die Partizipation in regionaler Wirtschaftsintegration ausweite, sodass Taipei und Peking gegenseitiges Vertrauen verfestigen könnten, was zu mehr Interaktion führen würde.

Laut Siew, stünden sowohl Taiwan als auch Festlandchina unter dem Druck ihre Industrien aufzuwerten. Während Taipei und Peking bereits 19 Abkommen abgeschlossen haben, bleibt es dennoch eine große Herausforderung weitere Kooperationen zu initiieren.

Siew, ein langjähriger Beamter mit großer Wirtschaftserfahrung, machte diese Bemerkungen anlässlich einer Eröffnungszeremonie eines „Cross-Strait Business Leaders‘ Summit“ in Nanjing, Festlandchina.

Das zweitägige Event zog Hunderte Beamte und Wirtschaftsführer beider Seiten an. Darunter waren Chiang Pin-kung, Vorsitzender der taiwanischen „The Third Wednesday Club“ und der ehemaliger Kopf der Taiwans’s Straits Exchange Foundation und Yu Zhengsheng, Vorsitzender des festlandchinesischen National Committee of the Chinese People’s Political Consultative Conference.

Der Mangel an Koordination zwischen Taipei und Peking bezüglich wirtschaftlicher strategischer Entwicklung und Politikgestaltung untergräbt die Synergie und führt in einigen Fällen zu nachteiligen Resultaten.

Als Ergebnis der Unterschiede in den institutionellen Rahmenbedingungen und Regulationen auf beiden Seiten, bleibt eine große Lücke zwischen den Erwartungen des privaten Sektors und der Realität in Bezug auf den Marktzugang bestehen.

Im Laufe der Jahre haben sich die Industrien in Festlandchina eher konkurrierend als ergänzend entwickelt – und resultieren in doppelten Investitionen und einer enormen Verschwendung von Rohstoffen. Die riesige Lücke zwischen der Wirtschaft Taiwans und Festlandchinas erschwert den freien Fluss von Kapital, Talent und Technologie zu beiden Seiten der Taiwanstraße.

Der ehemalige Vizepräsident erwartet, dass das Treffen als eine Plattform für den privaten Sektor dienen wird, um strategische Kollaborationen zu ermöglichen. Damit wäre beiden Seiten geholfen, ihre jeweiligen Herausforderungen in Angriff zu nehmen, und die Breite und Tiefe der Beziehungen zu beiden Seiten der Taiwanstraße zu festigen. Dazu gehöre auch die Gründung neuer Modelle für industrielle Kooperation, die Bereitstellung von Gestaltungsvorschlägen und die Kollaborationsstärkung für kleine und mittlere Unternehmen.

Siew drängte auf eine beschleunigte Einführung des „Cross-Strait Trade in Services Agreement“, und auch auf Verhandlungen über ein Warenhandelsabkommen und einen Mechanismus um Handelsstreitigkeiten beizulegen. Nur so könne eine solide Basis für die Förderung eines freien Handels und für weitere Unternehmenszusammenarbeit geschaffen werden.

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