Die bilateralen Beziehungen zwischen der EU und Taiwan sind im Allgemeinen gut und ausbaufähig. Taiwan ist der 18. Größte Handelspartner der EU und der 7. Größte in Asien, mit einem Warenumsatz in 2015 im Wert von 44 Mrd. EURO (9,4% mehr im Vergleich zu 2014). Die EU ist Taiwans 5. Größter Handelspartner nach China, dem ASEAN-Block, den USA und Japan. Der bilaterale Handel zwischen der EU und Taiwan beträgt 1,3% des EU-Welthandels in 2015, die Exporte der EU nach Taiwan (18,5 Mrd. EURO) stiegen im letzten Jahr um 9%. Der Gesamtdienstleistungsverkehr zwischen der EU und Taiwan betrug 2015 7 Mrd. EURO, mit einem sinkenden Überschuss für die EU (1,3 Mrd. EURO).
ICT Produkte dominieren die Exporte Taiwans in die EU (35%), gefolgt von Maschinen (17%) und Transporteinrichtung (11%). Der Anteil Taiwans an integrierten Schaltungen und elektronischen Komponenten bei EU-Importen weltweit, beträgt mehr als 15%. Maschinen sind der Haupt-Exportfaktor aus der EU nach Taiwan (23%), Transporteinrichtungen machen ebenfalls einen beträchtlichen Anteil aus bei den EU-Exporten nach Taiwan (18%), gefolgt von ICT Produkten (9%), pharmazeutischen Artikeln (8%) und dem Landwirtschafts- und Nahrungssektor (7%).
Mit einem Bestand von 10 Mrd. EURO ausländischer Direktinvestitionen (FDI) ist die EU der größte Investor in Taiwan. Die ausländischen Direktinvestitionen machen 25% aller ausländischen Investitionen auf der Insel aus. Gleichzeitig, bleiben die Investitionen Taiwans in die EU auf einem sehr niedrigen Level (Bestand von 1 Mrd. EURO). Die EU als Ganzes erhalten lediglich 2% der Bestände taiwanischer Direktinvestitionen.
Die Einbeziehung Taiwans in die „Trade for All“ Handelskommunikation, welche im Oktober 2015 eingeleitet wurde, ist eine wichtige Entwicklung. Die Aussicht auf ein bilaterales Investitionsabkommen ist eine Gelegenheit, in Taiwan eine insgesamt bessere Wirtschaftsumgebung für EU Investitionen zu schaffen.
2015 setzte die EU seinen intensiven und gut-strukturierten Dialog über Wirtschafts- und Handelsangelegenheiten mit Taiwan fort. Vier technische Arbeitsgruppen auf Expertenniveau, die sich mit Fragen bezüglich Gesundheits- und Pflanzenschutzregeln (inklusive Lebensmittel-sicherheit), technischer Handelsbarrieren (inklusive Standards, Zertifizierung und Testanforderungen), intellektuellem Eigentumsrecht, pharmazeutischer Produkte, Kosmetik und medizinischen Artikeln beschäftigen, treffen sich zweimal im Jahr.
Ad-hoc Dialoge zu Regulierungsfragen werden abgehalten zu Themen, wie öffentlichen Beschaffungswesen, Zoll, Telekommunikation und werden begleitet von Seminaren und Workshops zu Themen gemeinsamen Interesses. Organisiert werden diese Maßnahmen gemeinsam von dem European Economic and Trade Office (EETO) und taiwanischen Interessensvertretern, um die Kooperation zu stärken. Bei gemeinsamen Veranstaltungen teilen europäische Experten der Europäischen Kommission, EU-Mitgliedsstaaten, Industrie und Hochschulen die besten Praktiken und treten ein, für internationale und EU regulative Prinzipien. Der erste Industrial Policy Dialogue fand im Juni 2015 statt und fokussierte sich auf Innovation durch Digitalisierung, Standardisierung und SME-Internationalisierung sowie Clusteroperationen, bemerkenswerter Weise in dem Rahmen der Enterprise Europe Network, dem Taiwan am 28. Mai 2015 beitrat.
People-to-People Beziehungen
Im Jahr 2015 führten und stärkten die EU und Taiwan ihre Kooperationen und ihren Austausch im Bereich von Forschung und Technologie, Bildung und Kultur, Menschenrechten, Umwelt und Klimawandel.
Mehr als 7.800 taiwanische Studenten studierten in der EU, was einen Zuwachs von 4% im Vergleich zum Vorjahr ausmachte, während die Anzahl der EU Studenten um 8,8% auf 5.833 anstieg. Die Europäische Bildungsmesse in Taiwan zog mehr als 120 europäische Hochschulinstitutionen aus 10 Ländern an, die tausenden potentiellen taiwanischen Studenten wertvolle Information vermittelten.
274.035 Europäer besuchten Taiwan und 5.575 EU-Bürger residierten 2015 in Taiwan.
Es gibt 25 Projekte im Zuge des Horizon 2020 Programme an denen taiwanische Forschungspartnerinstitution beteiligt sind.