Wiesbaden, den 11. November 2010 – In einem Social Media Workshop des Gründer- und Mentorennetzwerks Forum Kiedrich diskutierten jetzt die mit IT-nahen Geschäften befassten Teilnehmer, wie die mehrdimensionale Kommunikation in sozialen Netzwerken zur Unternehmensentwicklung genutzt werden kann. Positiven Erfahrungen einzelner Start-up Unternehmen standen mehrheitlich skeptische Stimmen gegenüber. Zum nötigen Eigenengagement, um per Austausch in sozialen Netzwerken bestehende und neue Kunden noch aktiver an das eigene Geschäft heranzuführen, Bewerber auf sich aufmerksam zu machen, um Kaufempfehlungen anzuregen oder Informationen zur Produktentwicklung zu erhalten, will Forum Kiedrich Geschäftsführerin Claudia Erben den Meinungsaustausch vertiefen.
Workshop-Leiterin Katrin Renner von der Agentur Storymaker riet den jungen Unternehmen, sich als Persönlichkeit im Web zu positionieren, also sympathisch und unterhaltsam zu kommunizieren: „Es kommt darauf an, persönliches Netzwerken ins Web zu übertragen. Sonst reagiert die relevante Kunden- und Interessentenschar nicht. Jeder Zielgruppe sollten Möglichkeiten und Anlässe geboten werden, ihrerseits zum Multiplikator zu werden.“ Es gehöre zur Kommunikation im Netz, seine Inhalte um Videos, Bilder und Links anzureichern. Davon könnten sich Interessenten inspirieren lassen. Deren Vorlieben nachzugehen, sei in der Regel für die Initiatoren wertvoll.
Die Workshop-Teilnehmer waren sich darin einig, dass es für die Unternehmenskommunikation im Netz auf eine Mischung aus Quantität und Qualität ankommt. Es bedürfe einer kritischen Masse an Kontakten, um geschäftlich relevante Resonanz zu erzeugen. Zugleich entscheide nicht die Zahl der erreichten Teilnehmer, sondern ihr fortlaufender Austausch untereinander und die Menge der ausgesprochenen Empfehlungen, ob sich die Aktivitäten für die Reputation und den Vertrieb des initiierenden Unternehmens rechneten. Hierzu sind Erfolgsgeschichten bislang rar. Im Wesentlichen konzentrieren sich die im technologisch-innovativen Umfeld tätigen Start-ups auf die Pflege direkter Kunden- und Empfehlungskontakte.
Beispiele für den Umgang im sozialen Netz
Wie sich die Kommunikation in sozialen Netzwerken in der Praxis einzelner Jungunternehmen niederschlägt, machten einige Beispiele deutlich.
Das Unternehmen Kundenfaenger verhilft Kunden per sogenannter –Videowahrheiten!– zu Inhalten für Facebook und Youtube. Es nutzt ferner einen geschlossenen Youtube Kanal, um Kunden in einem personalisierten Video-Newsletter über Neuigkeiten zu berichten.
Die Experten der Technologie- und Innovationsberatung Invensity GmbH haben im Feldtest eine Facebook Gruppe eröffnet und sehen in einer Blog-Kommunikation Vorteile für die Darstellung ihrer Expertise. Durch eine Xing-Vernetzung kommen sie in Kontakt zu erfahrenen Bewerbern.
Das Gesundheitsportal Rehacafe.de nutzt Twitter, einen Youtube-Account, eine Facebook-Profilseite, einen Blog, Googles Feedburner und Portalnews für die Öffentlichkeitsarbeit – so der Gründer Ralf Schlieper.
Bei dem in München in den Startlöchern stehenden Mitfahrservice ZebraMobil erwartet Geschäftsführer Michael Ohr, dass er mit Accounts auf Facebook und Twitter interessierte Kunden bspw. über Rabatte aufklären kann.
Die Reiseplanungshelfer von Ecolibro haben mit Facebook, Twitter und Xing bislang Kooperationskontakte entwickelt und setzen dafür derzeit einen Mitarbeiter mit einem Zeitansatz von einer Viertel Stelle ein. Er kümmert sich sehr bewusst um Follower und setzt in Kürze auch gemeinsam mit den Kooperationspartnern einen Blog auf.
Code-No.com, Anbieter für innovative Lösungen zur Sicherung von Gegenständen vor Verlust (z.B. Handy, Gepäck) und Diebstahl (z.B. Fahrrad, Snowboard), arbeitet an einer App für Smart Phones. Die weitergehende Social Media Kommunikation ist geplant nach dem Motto: „Wenn, dann richtig!“
Bei der auf die Hautwarzenbehandlung ausgerichteten Hyal GmbH ist ein Marketing mit Hilfe sozialer Netzwerke nach Abschluss der klinischen Studie fest eingeplant – einerseits, um Ärzte „seriös“ über die neue Behandlungsmethode zu informieren, andererseits um die Botschaft direkt von Patient zu Patient zu verbreiten.