„Wir übernehmen Verantwortung in der Gesellschaft“

„Wir übernehmen Verantwortung in der Gesellschaft“

KAUFBEUREN. „Die Politik hat im Angesicht der Krise die Bedeutung des Mittelstandes erkannt. Das müssen wir für uns nutzen“, sagte der Präsident des Bundes der Selbständigen (BDS) – Gewerbeverband Bayern Ingolf F. Brauner am Wochenende bei der jährlichen Verbandstagung in Kaufbeuren und Germaringen. Die Krise habe auch gezeigt, auf wen sich Politik und Gesellschaft verlassen können und wer vor allem sein eigenes Wohl auf Kosten der Gesellschaft im Blick habe.

„Wir müssen uns abgrenzen von Akteuren in unserer Wirtschaft, die keine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und den nachfolgenden Generationen kennen“, appellierte der Präsident des BDS an die Delegierten. Der BDS wird in den kommenden Monaten ein Konzept erarbeiten, wie er seine unternehmerischen Grundwerte „Freiheit – Verantwortung – Vertrauen“ noch besser in die Gesellschaft kommunizieren und sich damit von unethischen Wirtschaftspraktiken distanzieren kann.

Weitere Themen waren der Abbau von Bürokratie und die Vereinfachung des Steuerrechtes: „Wir verlangen keine unrealistischen Steuerentlastungen, sondern schlicht und ergreifend nur, dass sich die Politik mit einem Konzept wie von Paul Kirchhoff beschäftigt und uns von unnötiger Bürokratie entlastet.“ Der Gastredner der Verbandstagung, Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium Franz Josef Pschierer, sagte seine grundsätzliche Unterstützung zu, plädierte aber im Angesicht fehlender politischer Mehrheiten und gesellschaftlicher Widerstände dafür, besser den Weg kleiner, machbarer Schritte zu gehen und das bestehende System fortzuentwickeln: „Steuer-Evolution statt Steuer-Revolution“, merkte Pschierer an.

BDS-Präsident Ingolf F. Brauner nutzte die Gelegenheit auch, um den Staatssekretär auf überflüssige Belastungen durch die Sozialbürokratie hinzuweisen: „Durch die vorgezogene Überweisung von Sozialversicherungsbeiträgen müssen viele Selbständige Monat für Monat ihre Lohnabrechnungen nachjustieren, wenn Mitarbeiter Überstunden machen oder durch Krankheitstage ausfallen.“ Um diese Forderung stärker in die Öffentlichkeit zu bringen, wird der BDS Bayern sich mit einem offenen Brief an die Politik wenden.
Eine erste Version übergab Ingolf F. Brauner auf der Verbandstagung an Franz Josef Pschierer. Der versprach das Anliegen weiterzutragen: „Bei der bayerischen Staatsregierung rennen Sie offene Türen damit ein.“

Darüber hinaus will sich der BDS Bayern trotz eines soeben unterzeichneten Staatsvertrages zur Neuordnung der Gebührenordnung für unternehmerfreundliche GEZ-Gebühren einsetzen. Gerade Handwerker mit vielen Firmenfahrzeugen sind durch die neue Regelung zusätzlich belastet.
Zudem missfällt vielen Unternehmern die Verschleuderung von Gebührengeldern für überbordende Internetangebote, für zweitklassiges Rummelboxen im Samstagabend-Programm oder zahlreiche Spartenkanäle, die kaum Zuseher haben. Hier fordert der BDS, dass sich die öffentlichen Rundfunksender auf ihren Versorgungsauftrag konzentrieren.

Weitere Informationen unter:
http://www.bds-bayern.de