„Wir stehen für eine Wirtschaft mit Wertorientierung“

KAUFBEUREN. „Gier und Spekulationsgeschäfte haben auch uns ehrlich wirtschaftende Unternehmer in Verruf gebracht. Doch diese nicht nachhaltige Form des Wirtschaftens hat keine Zukunft. Wir Selbständige in Bayern stellen diesen Auswüchsen unsere Vorstellung einer Wirtschaft, die dem Menschen dient, klar und deutlich entgegen – mit den Werten Freiheit-Verantwortung und Vertrauen“, erklärte der Präsident des Bundes der Selbständigen (BDS) – Gewerbeverband Bayern Ingolf F. Brauner zum Auftakt der Verbandstagung des BDS an diesem Wochenende in Kaufbeuren.

Sozialversicherungsbürokratie endlich einschränken
Über 100 Delegierte diskutieren unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“, wie Bayerns größter, branchenübergreifender Mittelstandsverband sein wertorientiertes Wirtschaftsmodell noch deutlicher zu seinen Mitgliedern und in die Gesellschaft transportieren kann. „Wir stehen dafür, dass die Wirtschaft nicht nur aus Abzockern und Börsenspekulanten besteht. Dies ist ein Prozent der Wirtschaft. Wir Selbständige sind die 99-prozentige Mehrheit, wir wirtschaften nachhaltig, wir stehen auch in Krisenzeiten zu unseren Mitarbeitern, wir sind an vielen Stellen unserer Gesellschaft, etwa in Vereinen und Parlamenten, zum Wohle unserer Bürger tätig“, so Ingolf F. Brauner.

Dieses Engagement darf allerdings nicht vom Staat torpediert werden, forderte der Präsident des BDS. „Der Mittelstand hat wesentlich dazu beigetragen, dass die ganze Welt inzwischen bewundernd vom „Modell Deutschland“ spricht. Damit dies so weiter gehen kann, dürfen wir nicht mit unnötiger Bürokratie belastet werden.“ Konkret warb der BDS-Präsident für Entlastung von unnötiger Bürokratie im Steuer- und Sozialversicherungsrecht. „Es ist aus unserer Sicht kein haltbarer Zustand, dass der Mittelstand durch die monatliche Vorauszahlung der Sozialversicherung Monat für Monat Milliarden vorausstreckt, obwohl die Kassen prall gefüllt sind“, ärgerte sich Brauner.

Umsatzsteuer vereinfachen
Als „Dank“ für diesen Vorschuss bleiben am Mittelstand unnötige Bürokratiekosten hängen. Jeden Monat müssen die Betriebe Sozialbeiträge neu rechnen, beispielsweise wenn ein Mitarbeiter durch bezahlte Überstunden mehr verdient als vorab an die Versicherung gemeldet. Auch im Steuerrecht wünscht sich der BDS Entlastung von unnötigen Regelungen: „Warum kann die Umsatzsteuer nicht als reine Endverbrauchersteuer erhoben werden? Mit einem Schlag würde der gesamte Eiertanz um den Umsatzsteuervorabzug im Geschäft zwischen den Unternehmen aufhören. Gleichzeitig wäre dem Umsatzsteuerbetrug mit einem Mal ein deutlicher Riegel vorgeschoben“, so Brauner.

Als Gastredner konnte der BDS heuer den Staatssekretär im Bayerischen Finanzministerium Franz Pschierer begrüßen. Beim „Heimspiel“ in seinem Wahlkreis hob der CSU-Politiker aus Mindelheim die Bedeutung des Mittelstandes als „Rückrad der Wirtschaft“ im Freistaat hervor. „Der Mittelstand mit seinen insbesondere familiengeführten Betrieben ist Motor für Wachstum und Beschäftigung in Bayern. Er steht für Leistungsbereitschaft, Fleiß und gesellschaftliche Verantwortung.“

Weitere Informationen unter:
http://www.bds-bayern.de