Wie man einen gewaltigen, aber gewaltlosen Eindruck hinterlässt

Das Besondere an der menschlichen Sprache ist ihre Vielfältigkeit: Wir haben die freie Wahl, wann wir etwas auf welche Art und Weise wo formulieren. Drei Faktoren, die sich auf unsere gesamte Kommunikation und unsere Beziehungen auswirken können. Im privaten, sozialen und beruflichen Bereich entscheiden wir beinahe minütlich – oftmals unbewusst – ob wir uns provozierend, drohend und gewaltvoll darstellen oder ob wir verständnisvoll, klar und fair interagieren. Letzteres zu wählen und anzuwenden, ist erlernbar: Marshall Rosenberg entwickelte dazu in den frühen sechziger Jahren das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GfK). Dieses trainiert das wohlwollende, empathische und bewusste Kommunizieren.

Grundlegend für die Gewaltfreie Kommunikation, die u.a. von Gandhis Begriff der Gewaltfreiheit geprägt wurde, ist das empathische Zuhören sowie die ehrliche und klare Ausdrucksweise. Das formale Modell benennt vier Schritte, um mitfühlend zu kommunizieren. Im ersten Schritt gilt es, zu beobachten und nicht zu urteilen. Das Urteil „Er ist unachtsam und egoistisch!“, welches wir bspw. über unseren nie Kaffee kochenden Kollegen fällen, muss der Beobachtung, dass er diese Woche keinen Kaffee aufgesetzt hat, weichen. Dass wir uns in dieser Situation nicht wertgeschätzt fühlen, muss im zweiten Schritt erkannt werden. Diese Feststellung über die eigene Gefühlswelt ist für Rosenbergs Kommunikationsmodell zentral. Denn erst das Erkennen unserer Bedürfnisse lässt sie uns klar formulieren und somit eine klare Kommunikation schaffen. Uns ist bspw. das Erhalten von Aufmerksamkeiten wichtig, was wir wie folgt kommunizieren können: „Ich freue mich, wenn du frischen Kaffee aufsetzt.“ Diese strategische Formulierung sollte dann noch in eine Bitte modifiziert werden. „Wärst du bereit, das nächste Mal frischen Kaffee zu kochen?“ animiert den Kollegen wohl eher als die Drohung „Du kochst jetzt sofort frischen Kaffee, sonst…“.

Durch das Anwenden Rosenbergs Gewaltfreier Kommunikation können allerdings nicht nur, die Kaffee-Koch-Konflikte im Büro gemeistert, sondern jegliche Alltagssituationen und Beziehungen zu wertschätzenden, vertrauensvollen und wohlwollenden gestaltet werden. Die vier anzuwendenden Schritte stellen innerhalb des gewaltfreien Kommunizierens aber nur eine Komponente dar. Fundamental sind ein umfassendes kommunikatives Verständnis sowie viel Übung.

Der Europäische Hochschulverbund (EHV-Fernstudium und Weiterbildung GmbH) bietet in Kooperation mit dem Institut für Mediative Kommunikation und Diversity-Kompetenz (IMK) an der Internationalen Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA) an der Freien Universität Berlin eine vollumfängliche Kommunikationsausbildung innerhalb der Zertifikatsprogramme Mediation/Coaching/Training (univ.) an. Das Konzept Rosenbergs ist dabei Teil des Studiums zum Mediator, Coach oder Trainer.

Weitere Informationen unter:
http://www.ehv-fernstudium.de