Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Opel:

Was ist ein Versprechen vom einst weltgrößten
Autobauer heute noch wert? Der Betriebsrat der zu General Motors
gehörenden deutschen Opel-Gruppe traut den Unterschriften der Bosse
in Detroit offenbar überhaupt nicht mehr. Warum sonst hat er sich die
Investitionszusage mit 1,1 Milliarden Euro absichern lassen? In den
USA scheint man damit keine Probleme zu haben. Seit Washington 50
Milliarden Dollar aus der Staatskasse in den Kofferraum von GM
gepackt und den Konzern damit vor der Zerschlagung bewahrt hat, ist
das Management vor allem damit beschäftigt, die Geschichte
zurückzudrehen. Kaum angekündigt, hat man den Sparkurs schon wieder
verlassen. Natürlich sind den Opelanern die angebotenen Abfindungen
zu gönnen. Im Vergleich zu manchen Manager-Boni scheinen 250 000 Euro
keineswegs übertrieben. Aber ein Beweis für Sparsamkeit sind sie eben
auch nicht. GM hat aus dem Fast-Totalschaden wenig bis gar nichts
gelernt. Dies wird auch den Anlegern zu denken geben. Auf den
bevorstehenden Börsengang des Konzerns darf man jedenfalls gespannt
sein.

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