Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes,
Wolfgang Apel, hat wegen katastrophaler Zustände in deutschen
Tierheimen im Zusammenhang mit der Wirtschaftkrise Alarm geschlagen.
„Immer weniger Menschen können aus finanziellen Gründen ein Heimtier
bei sich aufnehmen. Viele können sich das im Moment einfach nicht
mehr leisten“, sagte Apel dem WESER-KURIER (Freitagausgabe). Die
Verweildauer von Tieren in Heimen sei in diesem Jahr deshalb
sprunghaft angestiegen. Erste Tierheime seien schon pleite gegangen.
„Mehr Tiere erfordern mehr Pflege und Futter – das kostet Geld und
das ist nicht vorhanden“, sagte Apel. „Einige Heime mussten bereits
Insolvenz anmelden.“ Derzeit verhandle der Tierschutzbund mit dem
Deutschen Städte- und Gemeindetag über mögliche Hilfen. Bisher sei es
noch zu keiner Einigung gekommen.
Das führe zu unhaltbaren Zuständen in den Tierheimen. „Was wir
momentan erleben, kann man nur als Katastrophe bezeichnen“, sagte er.
Sämtliche 550 Tierheime, die der Tierschutzbund in Deutschland
betreibe, seien überfüllt. „Ich kenne kein Tierheim, das derzeit
nicht zu kämpfen hätte“, sagte er weiter. Eine artgerechte Haltung
der Tiere sei vielerorts nicht mehr zu gewährleisten. Am schlimmsten
sei die Situation in Berlin, wo derzeit 1600 Tiere untergebracht
seien. Der Ferienbeginn in zahlreichen Bundesländern sei ein Grund
für die prekäre Lage. Zu dieser Zeit würden regelmäßig viele
Haustiere ins Heim gebracht oder ausgesetzt. Dazu komme eine
schlechte Vermittlungsquote in der Urlaubszeit, weil viele Menschen
verreist seien. Neben Tierschutzaspekten sei auch die finanzielle
Situation vieler Tierheime angespannt.
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