Mehr als 200.000 Menschen in Sachsen können nicht richtig lesen und schreiben. Sie sind, oft trotz Schulbesuches, funktionale Analphabeten. Es ist kaum vorstellbar, mit welchen Schwierigkeiten diese Menschen im Alltag zu kämpfen haben.
Um ihnen zu helfen, wurde 2010 im Freistaat Sachsen eine Koordinierungsstelle Alphabetisierung „koalpha“ ins Leben gerufen. Gefördert mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds soll sie dazu beitragen, bereits bestehende Aktivitäten zu koordinieren und neue Anstrengungen zu initiieren, um auf Dauer die Zahl der Analphabeten in Sachsen zu senken.
Für den 24. August 2011 lädt die Koordinierungsstelle Alphabetisierung koalpha zu einer Fachtagung nach Chemnitz ein. Unter dem Thema „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“ geht es um die Zusammenhänge von Alphabetisierung und Gesundheit.
Dabei wird das Thema von zwei Seiten betrachtet: Zum einen geht es um die Bedeutung gesundheitlicher Einschränkungen, die ursächlich auch zur Entstehung des funktionalen Analphabetismus beitragen können.
Zum anderen wird auf die möglichen negativen gesundheitlichen Folgen bei bestehendem funktionalen Analphabetismus eingegangen.
Koalpha konnte für diese Veranstaltung sowohl anerkannte Experten wie auch erfahrene Praktiker der Alphabetisierungsarbeit als Referenten gewinnen. In Workshops werden Fachkräfte aus den Bereichen Grundbildung und Gesundheitsprophylaxe ihre Praxiserfahrungen zugänglich machen. So geht es im Workshop „Wie schreibt man eigentlich Bauchschmerzen?“ um Gesundheit und funktionalen Analphabetismus in der Praxis.
Umrahmt wird die Tagung von einer Plakatausstellung, in der Lerner und Bildungsträger ihre Projekte zum Tagungsthema vorstellen.
Die Tagung richtet sich an Fachkräfte in der Alphabetisierungsarbeit, der Sozialen Arbeit und der kommunalen Behörden bzw. Verwaltungen sowie Interessierte gleichermaßen.
Weitere Informationen sowie den Tagungsfolder finden Sie unter www.koalpha.de.