Wenn der Investor das Ruder übernimmt

Den Shareholder-Value eines Unternehmens zu erhöhen ist etwas, bei dem Manager, Vorstände und Investoren eigentlich klar einer Meinung sind. Doch so subjektiv das Wort „Value“ ist, so unterschiedlich sind auch manchmal die Vorstellungen davon. Während das Management vielleicht hinter einer längeren Underperformance des Unternehmens eine Eigenheit des Marktes sieht, sieht der Investor den Fehler vielleicht im Management.

Diese Schere kann sich so lange spreizen, bis ein aktivistischer Investor auf den Plan tritt. Denn ob von außen oder bereits lange dabei, Aktivismus bei Shareholdern ist so gut wie immer unbequem, nicht zu Letzt, da er die Unzufriedenheit der eigenen Investoren ausdrückt und der Unternehmensführung den Spiegel vorhält.

Es muss nicht gleich die Heuschrecke sein, die das Unternehmen ins Verderben führt. Oft sind es die divergierenden Ziele zwischen Management und Investoren, deren Wunsch nach schneller Wertsteigerung sie naturgemäß direktere Wege bevorzugen lässt. Trotzdem kann dies das Unternehmen sowie das Vertrauen der Investoren bleibend beeinträchtigen. In jedem Fall wird das Klima rauer. Doch eben diesem Klimawandel kann man vorbeugen. Denn wie die Studie AAA-Report von Alvarez & Marsal zeigte, kündigen sich aktivistische Investoren an.

Diese Vorzeichen zu erkennen, die Richtigen Entscheidungen daraus abzuleiten und Aktivismus damit frühzeitig zu vermeiden, sorgt nicht nur für mehr Vertrauen und Sicherheit im Management, sondern steigert ganz nebenbei auch den Shareholder-Value, bei dem sich dann wieder alle einig sind.