Wenn am Sonntag in Rheinland-Pfalz Wahlen wären, dann … SPD wieder vor CDU, Grüne mit Rekordwert, FDP nicht im Landtag / „PoliTrend“ der „Ländersache“ am 23. September 2010, 20.15 Uhr im SWR Fernsehen

Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl in
Rheinland-Pfalz, wäre die SPD mit 36 Prozent der Stimmen stärkste
Kraft im Land. Eine klare Mehrheit mit 52 Prozent gäbe es für eine
Koalition von SPD und Grünen. Die Grünen würden deutlich zulegen auf
16 Prozent. Die CDU käme auf 34 Prozent der Stimmen. Die FDP wäre
nicht mehr im Landtag vertreten und läge damit hinter der Linken, die
erneut 5 Prozent erreichen würde. Das ist das Ergebnis der aktuellen
repräsentativen Umfrage „PoliTrend“ des landespolitischen Magazins
„Ländersache“ im SWR Fernsehen. Die Grünen könnten um 5 Prozentpunkte
zulegen. Sie würden mit 16 Prozent der Stimmen einen Rekordwert
erreichen, obwohl die Grünen seit vier Jahren nicht mehr im Landtag
vertreten sind. Die FDP käme nur noch auf 4 Prozent der Stimmen und
verliert 4 Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage. Sie läge
damit nur 0,5 Prozent über dem schlechtesten Ergebnis ihrer
Geschichte. Damit wäre sie zum ersten Mal seit 1983 nicht mehr im
Landtag vertreten. Die CDU verliert im aktuellen „PoliTrend“
gegenüber der April-Umfrage drei Prozentpunkte. Damals erreichte sie
37 Prozent der Stimmen. Die SPD kann dagegen um einen Prozentpunkt
zulegen und verbessert sich auf 36 Prozent der Stimmen. Eine klare
Mehrheit mit 52 Prozent gäbe es für eine Koalition von SPD und
Grünen. Die Linke wäre weiterhin gleichbleibend mit 5 Prozent im
Parlament vertreten.

Koalitionspräferenz: Rot-Grün legt weiter zu Auf die Frage nach
der Koalitionspräferenz fände eine rot-grüne Regierung mit 24 Prozent
den größten Zuspruch, das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der
Befragung vor fünf Monaten. 12 Prozent der Befragten wünschen sich
eine SPD-Alleinregierung, das ist ein Prozentpunkt weniger als
vormals. Eine schwarz-gelbe Regierung würden 10 Prozent der Befragten
bevorzugen, vier Prozent weniger als zuvor. Die Option Rot-Gelb
bekäme 4 Prozent der Stimmen und verliert damit zwei Prozentpunkte.

Ministerpräsidentenpräferenz: Beck unverändert vor Klöckner Wenn
die Rheinland-Pfälzer ihren Ministerpräsidenten direkt wählen
könnten, bekäme Kurt Beck derzeit 54 Prozent der Stimmen, das ist 1
Prozentpunkt mehr als bei der Umfrage im April. Konkurrentin Julia
Klöckner von der CDU bekäme hingegen 32 Prozent der Stimmen und
verliert erneut, diesmal 2 Prozentpunkte. Bei den Sympathiewerten
sehen die meisten Befragten Kurt Beck mit 43 Prozent vor Julia
Klöckner mit 35 Prozent. Wenn es um Fragen wie wirtschaftlichen
Sachverstand, Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Führungsstärke und
Glaubwürdigkeit geht, liegt Kurt Beck ebenfalls vorn. Allerdings
halten 55 Prozent der Befragten Julia Klöckner für modern, Kurt Beck
schneidet da mit 17 Prozent schlechter ab.

Landesregierung: gemischte Bilanz, aber höheres Ansehen als
Bunderegierung Gut die Hälfte der Befragten zeigt sich mit der Arbeit
der Landesregierung weniger zufrieden. Die Arbeit der Bundesregierung
bewerten drei Viertel der Befragten als nicht zufriedenstellend. Zwei
Drittel der Befragten glauben, dass die politischen Skandale der
SPD-Landesregierung bei der gescheiterten Privatfinanzierung des
Nürburgring-Erlebnisparks wenig bis gar nicht schaden. Gleiches gilt
für die erwarteten Auswirkungen der illegalen Polizeidatenbeschaffung
eines CDU-Abgeordneten.

Mehrheit der Rheinland-Pfälzer gegen Laufzeitverlängerung der
Atomkraftwerke Die Befragten lehnten die Laufzeitverlängerung der
Atomkraftwerke in Deutschland mit einer deutlichen Mehrheit von 64
Prozent ab. Auffallend dabei ist der große Anteil der CDU- und der
FDP-Anhänger, die sich in der Umfrage negativ zur
Laufzeitverlängerung geäußert haben: 36 Prozent der CDU-Wähler und
sogar 63 Prozent der FDP-Wähler finden die Verlängerung nicht
richtig.

Die Daten basieren auf einer repräsentativen telefonischen Umfrage
des Wahlforschungsinstituts „Infratest dimap“ unter 1000
wahlberechtigten Rheinland-Pfälzern (Erhebungszeitraum: 17.09. bis
20.09.2010).

Zitate nur gegen Quellenangabe „SWR-Politikmagazin Ländersache“
frei.

Bei Fragen können Sie sich an Sabine Rappen, Tel.: 06131/929-3428,
wenden.