Der WEISSE RING, Deutschlands größte
Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, begrüßt das Vorhaben von
Bundesjustizminister Heiko Maas, das Sexualstrafrecht zugunsten von
Vergewaltigungsopfern zu überarbeiten. Bundesgeschäftsführerin Bianca
Biwer sagte anlässlich der Herbsttagung der Landesjustizminister in
Berlin: „Der Paragraf 177 des Strafgesetzbuches in der jetzigen
Fassung erfasst nicht die Situationen, in denen das Opfer mit dem
sexuellen Kontakt nicht einverstanden ist, aber aus den
unterschiedlichsten Gründen auf Widerstand verzichtet.“
Die sich hieraus ergebenden Folgen in Gerichtsprozessen seien
nicht nur schwer zu vermitteln, sie führen bei den Opfern zu dem
Eindruck, nicht geschützt und alleine gelassen zu werden. „Wenn
sexuelle Handlungen ohne Einverständnis des Betroffenen geschehen,
aber zugleich ohne Gewaltandrohung und Gegenwehr, muss auch dies als
Vergewaltigung bestraft werden können. Die verbale Ablehnung ist
derzeit oft nicht ausreichend, um eine Bestrafung nach Paragraf 177
zu begründen“, betonte Biwer. Sexuelle Selbstbestimmung sei ein
hohes, schützenwertes Gut.
Der WEISSE RING wurde 1976 in Mainz gegründet als „Gemeinnütziger
Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung
von Straftaten e. V.“. Er ist Deutschlands größte
Opferschutzorganisation und bietet Opfern von Kriminalität schnelle
und direkte Hilfe. Der Verein unterhält ein Netz von über 3.000
ehrenamtlichen Opferhelfern in bundesweit 420 Außenstellen. Der
WEISSE RING hat rund 50.000 Mitglieder und ist in 18 Landesverbände
gegliedert. Er ist ein sachkundiger und anerkannter Ansprechpartner
für Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien in allen
Fragen der Opferhilfe und des Opferschutzes. Der Verein finanziert
seine Tätigkeit aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, in Gerichtsverfahren
verhängten Geldbußen und testamentarischen Zuwendungen.
Pressekontakt:
Herausgeber: WEISSER RING e.V.
Bundesgeschäftsführerin: Bianca Biwer, Weberstraße 16, 55130 Mainz
Internet: www.weisser-ring.de, E-Mail: info@weisser-ring.de
Ansprechpartner für die Presse:
Boris Wolff, Pressesprecher, Tel: 06131 8303-38, Fax: 06131 8303-60,
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