Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation hat 2010 in einer von zahlreichen Studien festgestellt, dass „Wissensmanagement“ entscheidend ist für die Zukunft von Unternehmen. Sie müssen das Wissen ihrer Mitarbeiter, Kunden und Leistungspartner nutzen und miteinander verknüpfen, um Innovationen zu schaffen. Verbunden mit den Entwicklungstrends des „Web 2.0“ oder entsprechenden Internet-Netzwerken kommt es zum Begriff „Wissensmanagement 2.0“. Gemeint ist damit, dass Mitarbeiter selbst aktiv werden. Sie stellen ihr Wissen zur Verfügung, produzieren es selbst nach Marktprinzipien (Angebot/Nachfrage) statt nach zentral vorgegebenen Themenlinien. Aufbau und Betrieb dieser „Social Software“ ist allerdings in hohem Maße von der Mitwirkung der Mitarbeiter abhängig. „Die Erfahrung zeigt, dass nicht wenige Projekte genau daran scheitern“, sagt Ralf Overbeck.
Um Mitarbeiter positiv darin zu beeinflussen, ihr Wissen in den Dienst des Unternehmens zu stellen, müssen ihnen geeignete Anreize geboten werden. „Wir kommen an das Wissen in den Köpfen der Menschen nur über ihren Bauch“, sagt Overbeck und fordert eine hohe Beteiligung der Mitarbeiter in allen Unternehmensbereichen. Wichtig dabei: „Die Menschen bestimmen die Geschwindigkeit selbst, die Reihenfolge der Themen wird individuell abgestimmt. Der gemeinsame Weg ist das Ziel. Menschen müssen über ihre positiven und negativen Erlebnisse, Projekte und Lösungen berichten. Am Ende steht das gemeinsame Entscheiden, welcher Ansatz für die Zukunft der beste ist.“
So können, mit technischer Unterstützung, wissensbasierte Informationssysteme gebildet werden, die einen wichtigen Beitrag zum Wissensmanagement in Unternehmen leisten. Mit ihnen lassen sich die enormen Mengen an Daten, Informationen und Wissen speichern, strukturieren, auffinden und austauschen. Räumliche Distanzen verlieren durch „Social Software“ an Bedeutung. Informationen können schneller abgerufen werden, und Geschäftspartner werden aufgrund der möglichen Nutzung dieser Ergebnisse oftmals überrascht.
