WDR Sendung „Kreuzverhör“: „So etwas wollten wir nicht“ – Duisburgs OB Sauerland schließt persönliche Konsequenzen nach Loveparade-Katastrophe nicht aus

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) hat
sich drei Wochen nach der Katastrophe bei der Loveparade erstmals
ausführlich im Fernsehen zu den Geschehnissen geäußert, dabei aber
keine persönliche Schuld eingeräumt. „Es muss geklärt werden, wer der
Verursacher dieses tragischen Ereignisses war. So weit sind wir noch
nicht“, äußerte sich Sauerland in der Sendung „Kreuzverhör“ im WDR
Fernsehen (Sonntag, 15. August 2010, 19.40 Uhr bis 20.00 Uhr). Einen
sofortigen Rücktritt lehnte Sauerland weiterhin ab, schloss aber
persönliche Konsequenzen nach der Aufklärungsarbeit nicht aus.
„Natürlich stelle ich mir die Frage, ob man das Amt nach so einem
tragischen Ereignis weiter ausüben kann. Aber diese Antwort werde ich
erst dann geben, wenn ich die Antworten auf die uns alle bedrückenden
Fragen habe.“

Der CDU-Politiker wehrte sich gegen den Vorwurf, er habe im
Vorfeld der Loveparade persönlich darauf hingewirkt, die
Veranstaltung unter allen Umständen durchzuführen. Auch habe man bei
der Sicherheit keine Kompromisse gemacht. „Wir haben als Verwaltung
unsere Vorstellungen durchgesetzt und sind nicht zurückgewichen.“ Der
Veranstalter habe deswegen im Vorfeld seine Konzepte nachbessern
müssen.

Der Duisburger Oberbürgermeister machte deutlich, dass ihn die
Katastrophe des 24. Juli emotional nach wie vor sehr berühre. „So
etwas wollten wir nicht. Jeden Morgen, wenn ich wach werde, wünsche
ich mir, dass alles das, was wir erlebt haben, nur ein böser Traum
ist, aber es ist Realität.“

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Uwe-Jens Lindner
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