Bonn – Auch Computer erleiden Hitzschlag und Sonnenstich. Der Kreislaufkollaps ist vorprogrammiert, wenn bei den derzeit tropischen Temperaturen die Lüftungsschlitze durch Staub verstopft sind oder das Notebook den Werbebotschaften folgend bequem auf dem Teppich oder Sofa liegt. „Moderne CPUs schalten im Notfall dann völlig ab. Der Rechner ist vorübergehend tot. Ältere CPUs geben den Geist unwiederbringlich auf“, warnt der Informationsdienst „Outlook aktuell“ (www.outlook-aktuell.de) aus dem Fachverlag für Computerwissen. Ãœbersteht der PC den Hitzeschock, hat er trotzdem einen Schaden fürs Leben. „Die vielen Bauteile auf der Grundplatine altern vorzeitig, besonders Kondensatoren.“
Staubige Hitze
Um dem Desktop-PC die nötige Portion Kühlung zu spendieren, sollte man auf keinen Fall den Gehäusedeckel entfernen. „Das bringt die interne Luftzirkulation völlig durcheinander, Bauteile werden nicht mehr ausreichend vom Luftstrom erreicht und werden zu heiß“, warnt der Info-Dienst. Besser: Den PC innen mit einem weichen Pinsel vom Staub befreien und die Lüftungsschlitze des Gehäuses säubern.
Bei hohen Außentemperaturen gehen Notebooks auf ihren kleinen Gerätfüßen selbst auf einer Tischplatte bald an Krücken. Ehe die Festplatte nicht mehr korrekt arbeitet, sollte man es zwei bis drei Zentimeter höher stellen oder spezielle Notebook-Ständer mit eingebauten Ventilatoren verwenden. Immerhin erreichen Festplatten schon im Normalbetrieb mitunter Oberflächentemperaturen von bis zu 70 Grad. Moderne Laptops bieten zudem die Möglichkeit, stromsparende und damit weniger Hitze produzierende Betriebsmodi zu wählen.
Wenig beachtet werde bei der Hitzeschlacht das Netzgerät des portablem Rechners. „Voll in Kunststoff vergossen, ohne nennenswerte Kühlung, produzieren es selbst im Winter enorme Wärme. Kommt dann noch die Hitze von außen hinzu, braucht man sich nicht zu wundern, wenn es keinen Strom mehr liefert.“ Kritisch auch so manche externen Festplatten, die aufgrund ihrer Bauart ebenfalls permanent im Hitzestau stehen“, so „Outlook aktuell“.
Gewitter: Stecker raus
Die dem Menschen bei großer Hitze willkommene Abkühlung durch Gewitter und Regenflut bedeutet für PC & Co. eine weitere Gefahr. Auch ein entfernter Blitzeinschlag könne als Überspannung im Stromnetz im PC ankommen und die Elektronik zerstören. Deshalb: Bei Gewitter alle Stecker ziehen, auch Internetanschluss und Antennenkabel. Im Keller untergebrachte Server können wegen der zunehmenden Gefahr der Überflutung allzu viel Kühlung bekommen. Sie saufen im wahrsten Sinne des Wortes ab.
Grundsätzlich gelte derzeit aber: Bahn, Auto, Schwimmbad, Strand und Sonne satt machen jeden Computer platt.