Wahlkampfthema Zeitarbeit

Der Bundestagswahlkampf hat begonnen. Erstes Thema ist der flächendeckende Mindestlohn. Wenn es nach Teilen der Bundesregierung geht, soll eine Entscheidung noch vor der Wahl am 22. September gefallen sein. Die Einführung eines Mindestlohns soll Arbeitnehmer generell vor Lohndumping schützen und ihnen ein Auskommen mit dem Einkommen ermöglichen.

In der Zeitarbeitsbranche haben wir seit gut einem Jahr einen Mindestlohn – die Lohnuntergrenze. Meine Erfahrung zeigt: Unsere USG-Gesellschaften und ihre Kunden kommen mit dem Zeitarbeits-Mindestlohn gut zurecht. Es liegt bei 7,50 Euro im Osten und 8,19 Euro im Westen.

In Wirklichkeit zahlen wir Entgelte, die über der Lohnuntergrenze und oft über Tarif liegen. Wir wollen und müssen unsere Mitarbeiter adäquat bezahlen.

Zeitarbeit ist eine eigenständige Branche mit einem guten Überblick über die gesamte Arbeitswelt. Unsere Lohnuntergrenze könnte eine gute Orientierung für andere Branchen bieten – auch weil wir unsere Mitarbeiter in viele sehr unterschiedliche Unternehmen überlassen.

Bei derartigen Überlegungen wird schnell deutlich, dass sich die Löhne in der Zeitarbeit schon lange auf einem fairen Niveau bewegen. Es gibt Beschäftigte in so mancher Dienstleistungsbranche, die mit deutlich weniger Lohn nach Hause gehen und deren Einkommen kaum für den Lebensunterhalt reicht. Hier sollten wir zuerst handeln!

Als Arbeitgeber sind wir froh darüber, dass die tariflich vereinbarte Lohnuntergrenze in der Zeitarbeit für mehr Gerechtigkeit sorgt. Ausländische Personaldienstleister müssen die Entgelte zahlen, die wir nach dem BZA/DGB-Vertrag bieten. So trägt die Lohnuntergrenze zur Beschäftigungssicherheit in unserer Branche bei.

Leider wird all das durch Aus-Nutzer des Modells Zeitarbeit in den Hintergrund gedrängt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Versandhandel zu Saisonzeiten händeringend nach Mitarbeitern sucht und überall in Deutschland und Europa rekrutieren lässt. Wir lassen nicht zu, dass unsere Mitarbeiter die Last eines aus unserer Sicht ruinösen Preiskampfs tragen.

Jetzt, 7 Monate vor der Wahl, bietet die berechtigte Kritik an solchen Arbeitsbedingungen ausreichend Munition, um wieder einmal eine stärkere Reglementierung der Zeitarbeit zu fordern. Ja, schwarzen Schafen muss das Handwerk gelegt werden – ohne die seriöse Zeitarbeit zu limitieren. Es steht einiges auf dem Spiel. Deutschland stände ohne die Zeitarbeit nicht so gut da. Zeitarbeit ist ein anerkanntes, wichtiges Flexibilisierungsinstrument für die deutsche Wirtschaft. Trotzdem wird sich im Bundestagswahlkampf leider kaum jemand öffentlich zu der Zeitarbeit bekennen. Denn: „Deutschland steht gut da – und daran hat die Zeitarbeit einen großen Anteil!“

Weitere Informationen unter:
http://www.usgpeople.com