Vier Fragen an Guy Wagner, Fondsmanager des BL-Global Flexible Euro: Bei der Qualität von Unternehmen keine Kompromisse machen

Vier Fragen an Guy Wagner, Fondsmanager des BL-Global Flexible Euro: Bei der Qualität von Unternehmen keine Kompromisse machen
Guy Wagner, Fondsmanager des BL-Global Flexible
 

Guy, das derzeitige Kapitalmarktumfeld ist von einigen Unsicherheiten geprägt. Wie allokieren Sie Ihr Portfolio gegenwärtig?
Guy Wagner (GW): Wir setzen auf eine Kombination von Assetklassen, die unterschiedlich auf das finanzpolitische und konjunkturelle Umfeld reagieren. Konkret bedeutet das erstens Qualitätsaktien, die vom Niedrigzinsumfeld und positiven Wachstum profitieren, zweitens US-Staatsanleihen, die auf sich verschlechterndes Wachstum und/oder der Ausweitung deflationärer Tendenzen positiv reagieren sollten, und drittens auf Gold, welches das Portfolio vor Systemrisiken schützen soll.

Was verstehen Sie unter Qualitätsaktien, und wie hoch ist deren Gewichtung?
GW: Darunter verstehen wir Unternehmen, die durch hohe operative Margen, einen sehr niedrigen Verschuldungsgrad, hohe Profitabilität und eine vernünftige Dividendenrendite überzeugen. Letztere liegt aktuell bei genau drei Prozent im Portfolio. Die Unternehmen rekrutieren sich aus mehreren Bereichen, etwa Unternehmen, die über einen starken Markennamen, und damit auch eine starke Marktstellung verfügen, beispielsweise Coca-Cola oder Nestlé. Darüber hinaus berücksichtigen wir Unternehmen mit technologischem und innovativem Vorsprung wie Microsoft oder – im Pharmabereich – Roche. Ebenfalls in diesem Kontext sehen wir Sachwerte wie Jardine Matheson oder Jardine Strategic. Die Gewichtung des Aktienanteils bewegt sich derzeit bei knapp 68 Prozent. Generell sind wir der Ansicht, dass man bei der Qualität von Unternehmen keine Kompromisse machen sollte.


Auf der Rentenseite setzen Sie konsequent auf US-Staatsanleihen. Warum?
GW: Die Gewichtung der Anleihen liegt aktuell bei 16,5 Prozent und besteht aus US-Staatsanleihen. Aufgrund des Zinsdifferenzials halten wir zehn- und 30-jährige US-Bonds für interessanter als Anleihen von anderen Industrienationen. Aus unserer Sicht gibt es noch reichlich Abwärtspotenzial bei der Rendite für langlaufende US-Treasuries, wenn sich die deflationären Tendenzen intensivieren und sich das globale Wachstum verlangsamt.

Bleibt noch ein Risiko, dem Sie mit Gold begegnen…
GW: Wir sehen das wirtschaftliche Umfeld und das globale Finanzsystem weiterhin als ungewöhnlich fragil an. Die Zentralbanken tragen mit ihren unorthodoxen Methoden zu dieser Fragilität bei. Ihre Glaubwürdigkeit ist zunehmend in Frage gestellt. Gegenüber diesem Risiko eines Vertrauensverlusts in die Währungshüter, und damit in das Papiergeld, stellt Gold eine Art Versicherung dar. Wir investieren in diesem Segment vor allem in Lizenzunternehmen (Royalty Companies), da wir deren Geschäftsmodell für überlegen halten. Diese Unternehmen profitieren sogar im Falle eines Rückgangs des Goldpreises, da sie günstig neue Einnahmequellen erwerben können.