Verhuven: „Regierungsentwurf zur Flugabgabe hat gravierende Schwachstellen“

„Der Gesetzentwurf zur Einführung der
Luftverkehrsabgabe hat gravierende Schwachstellen. Der Entwurf ist
nicht zu Ende gedacht und benachteiligt einseitig den Passagierflug.
Das ökologisch sinnvolle Ziel des Klimaschutzes wird vollkommen
verfehlt, weil der stark steigende Zweig des Frachtluftverkehrs von
der Abgabe befreit werden soll.“ Mit diesen Worten bezieht Willi
Verhuven, Geschäftsführer von Deutschlands viertgrößtem
Reiseveranstalter, alltours, in der aktuellen Diskussion Stellung
gegen die Ãœberlegungen der Regierung.

„Die Ozonschicht unterscheidet auch nicht, ob die CO2-Belastung
aus einem Fracht-, Linien- oder Charterflieger kommt“, so Willi
Verhuven. Der erinnerte daran, dass laut einer Studie von Deutsche
Bank Research heute reine Frachtmaschinen einen 58%igen Anteil an der
Luftfracht-Verkehrsleistung haben. Zwischen 1997 und 2007 ist der
Luftfrachtverkehr an Deutschen Flughäfen um 64% gestiegen. Keine
andere Transportart ist schneller gewachsen. Die großen Flugzeugbauer
Airbus und Boing gehen zudem von einem weiteren Wachstum im Sektor
Luftfracht von 6% pro Jahr bis 2020 aus. „Wenn die Regierung die
Frachtflüge von der Abgabe befreit, geht es ihr in Wahrheit nicht um
ökologische Belange. Die Hinweise auf Klimawandel und
Naturkatastrophen entlarven sich damit als vorgeschobene Argumente.
Außerdem müsste die Abgabe dann konsequenterweise
Passagierluftverkehrsabgabe heißen, denn eine Luftverkehrsabgabe kann
es ja ohne den Frachtflug nicht mehr sein“, so Verhuven.

Die Überlegung der Regierung, bei Zubringerflügen den Weiterflug
ganz von der Abgabe zu befreien, sei ein weiterer Beleg dafür. „Für
einen Direktflug Frankfurt/New York sollen künftig 45 Euro fällig
werden. Beginnt der Gast seine Flugreise aber in Berlin mit Umstieg
in Frankfurt in den gleichen Flieger nach New York sollen nur acht
Euro erhoben werden. Wer soll diese Unlogik verstehen?“, so Verhuven
weiter.

Er wiederholte seine Auffassung, dass auch die Fluggesellschaften
einen Beitrag für den Klimaschutz erbringen müssen. „Wegen einer
Abgabe von acht Euro für Flüge innerhalb Europas verzichtet niemand
auf den Urlaub oder die Geschäftsreise. Branchenakzeptanz kann die
Regierung aber nur erwarten, wenn auch der Frachtflug einbezogen
wird. Die Luftfrachtgesellschaften erwirtschaften hohe Gewinne. Sie
können die Abgabe zahlen ohne die Preise zu erhöhen. Es kann nicht
sein, dass die Abgabelast nur auf Urlaubs- und Geschäftsflüge erhoben
werden soll“, so der alltours-Geschäftsführer.

Der alltours Geschäftsführer forderte die Bundesregierung auf, das
Gesetz komplett zu überarbeiten und die offensichtlichen Fehler zu
beheben.

Verhuven sieht die Luftverkehrsgesellschaften ihrerseits in der
Pflicht, stärker nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten die Preise zu
kalkulieren. „Wer Flüge quer durch Europa für 9,90 Euro anbietet, der
kreiert einen künstlichen Markt, den es gar nicht geben dürfte.
Dadurch wird das Klima unnötig belastet. Das gleiche gilt für
innerdeutsche Kurzflugstrecken, wie von Düsseldorf nach Frankfurt.
Diese Strecke ist ökologischer Unsinn und der ICE ist zudem auch noch
schneller“, sagte Verhuven.

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Stefan Suska
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