
Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist im vergangenen Jahr in der
gewerblichen Wirtschaft und im öffentlichen Dienst erneut
zurückgegangen. Das geht aus den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen
der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die ihr Verband,
die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), heute
veröffentlicht hat. Danach verringerte sich die relative Unfallquote
von 21,89 auf 21,16 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000
Vollarbeiter, ein neuer Tiefstand. Zugenommen hat dagegen die Zahl
der Fälle von arbeitsbedingtem Hautkrebs. Insgesamt verzeichneten die
Träger der gesetzlichen Unfallversicherung im vergangenen Jahr bei
3.887 Versicherten arbeitsbedingten hellen Hautkrebs (2016: 3.723).
Der durchschnittliche Beitrag zu den Berufsgenossenschaften erreichte
mit 1,16 Euro je 100 Euro Lohnsumme einen neuen Tiefstand.
Das Risiko, bei der Arbeit einen meldepflichtigen Unfall zu
erleiden, lag mit 21,16 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000
Vollarbeiter im vergangenen Jahr so niedrig wie nie zuvor. Der
Rückgang lässt sich über alle Branchen hinweg beobachten. Lediglich
im Handel gab es eine leichte Zunahme. Insgesamt lag das Unfallrisiko
im Bau- und Verkehrssektor deutlich über dem Durchschnitt, im
Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung
deutlich darunter.
„Die Entwicklung zeigt, dass Fortschritte möglich sind“, sagte
DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. Um weitere
Verbesserungen zu erreichen, sei es jedoch nötig, Sicherheit und
Gesundheit bei der Arbeit als Querschnittsthema in den Betrieben zu
verankern. Die gesetzliche Unfallversicherung mache den Unternehmen
mit ihrer neuen Kampagne „kommitmensch“ entsprechende Angebote. „Von
Investitionen in die Prävention profitieren die Betriebe direkt –
durch verringerte Ausfallzeiten, gestiegene Produktivität und
motivierte Mitarbeiter.“
Berufskrankheiten: Fälle von hellem Hautkrebs nehmen zu Bei den
häufigsten Berufskrankheiten waren die Zahlen im Vergleich zum
Vorjahr zwar insgesamt leicht rückläufig. Die Gesamtzahl der Fälle,
in denen sich der Verdacht auf eine Berufskrankheit bestätigte, sank
um 4,9 Prozent auf 38.080. Davon betrafen rund 18.400 Fälle
arbeitsbedingte Hautekzeme, zum Beispiel durch Feuchtarbeit (2016:
19.641). Bei 6.649 Versicherten stellten die Träger der gesetzlichen
Unfallversicherung eine arbeitsbedingte Lärmschwerhörigkeit fest
(2016: 6.850). Heller Hautkrebs, die dritthäufigste Berufskrankheit,
war mit einem Anstieg um 165 Fälle allerdings die Ausnahme.
Vor diesem Hintergrund rief Breuer die Betriebe dazu auf, mehr in
den Schutz der Beschäftigten zu investieren, die große Teile ihrer
Arbeitszeit im Freien verbringen. „Heller Hautkrebs ist vermeidbar.
Die Risiken durch UV-Strahlung lassen sich mit technischen,
organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen gut in den Griff
bekommen.“ Ein Teil der Verantwortung treffe aber auch die
Beschäftigten: „Krebsprävention ist nicht auf die Arbeitszeit
beschränkt. Wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, sollte sich auch
am Wochenende nicht in die pralle Sonne legen.“
Nicht mehr der Prävention zugänglich ist dagegen die Gruppe der
asbestbedingten Erkrankungen. „Hier sehen wir die Auswirkungen des
leichtfertigen Umgangs mit diesem Gefahrstoff im vergangenen
Jahrhundert“, so Breuer. 2017 stellten Berufsgenossenschaften und
Unfallkassen bei rund 3.700 Versicherten eine Erkrankung fest, die
durch den beruflichen Kontakt mit Asbest ausgelöst wurde. Auch für
die Mehrheit der 2.580 Todesfälle in Folge einer Berufskrankheit
(2016: 2.573) war Asbest die Ursache.
Durchschnittsbeitrag sinkt trotz gestiegener Aufwendungen
2017 lagen die Aufwendungen der gesetzlichen Unfallversicherung
für Prävention, Rehabilitation, finanzielle Entschädigung und
Verwaltung bei rund 13,2 Milliarden Euro – ein Anstieg um 287
Millionen Euro oder rund 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch
sank der durchschnittliche Beitrag zu den Berufsgenossenschaften von
1,18 auf 1,16 Euro je 100 Euro Lohnsumme. Er lag damit so tief wie
nie zuvor in der Geschichte. „Diese Entwicklung ist allerdings auch
der guten konjunkturellen Entwicklung geschuldet“, so Breuer. Die
Entgelte, auf deren Grundlage der Beitrag berechnet wird, nahmen 2017
im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent zu – auf rund 1 Billion Euro.
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