Laut einem UN-Bericht werden in Syrien Kriegsverbrechen nicht allein von den regierungstreuen Truppen, sondern auch von der bewaffneten Opposition begangen. Dies geht aus dem Bericht der unabhängigen Syrien-Kommission des UN-Menschenrechtsrates hervor. Allerdings werde der Großteil der Taten vom Regime begangen, betonte die Kommission. Insgesamt habe sich die Menschenrechtssituation in Syrien in Folge des immer weiter eskalierenden Bürgerkriegs dramatisch verschlechtert, stellt das Expertengremium, das vom brasilianischen Politikwissenschaftler Sergio Pinheiro geleitet wurde, in seinem Bericht fest. Neben Fällen von Folter und willkürlichen Verhaftungen begehen die regierungstreuen Truppen dem Bericht zufolge immer wieder Sexualverbrechen und gehen überdies mit schweren Waffen gegen die Zivilbevölkerung vor. Das Gremium betonte allerdings, dass auch die Rebellen Kriegsverbrechen begehen würden. „Diese Verletzungen und Missbrauchsfälle waren allerdings nicht so schwer, anhaltend und umfangreich wie jene, die von den Regierungskräften begangen wurden“, so das Expertengremium. Seit dem März 2011 kommt es in Syrien zu Massenprotesten gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten starben bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Opposition und den Sicherheitskräften bislang knapp 20.000 Menschen.
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