Wien/Mannheim, 2. Februar 2016: Gut ein Jahr nach der Entscheidung der Schweizer Nationalbank, die Wechselkursbindung des Franken an den Euro aufzuheben, steht die Absicherung gegen Währungsrisiken weiter klar im Fokus des Risikomanagements deutscher Unternehmen. Im Rahmen einer Umfrage zur Vorbereitung des 28. Finanzsymposiums in Mannheim (20.-22. April 2016) haben 262 Treasury-Verantwortliche großer und mittelständischer Unternehmen in Deutschland sowie 142 Banker angegeben, welche Themen für sie aktuell die größte Bedeutung haben.
Für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmens-Treasurer (57%) und Banker (51%) stehen das professionelle Management von Währungsrisiken und entsprechende Hedging-Strategien im Fokus des Risikomanagements ihres Unternehmens. Zinsrisiken hingegen betrachten nur 24% der Unternehmen, aber immerhin ein knappes Drittel der Banker (30%) aktuell als besonders wichtig. „Das ist angesichts anhaltender Währungsschwankungen zwar nachvollziehbar, aber die Unternehmen sind gut beraten, die Zinsentwicklung genau im Auge zu behalten und Modelle zur Berechnung des Zinsrisikos zu implementieren. Vorausschauende Firmen analysieren schon heute, welche Folgen ein Ende der Niedrigzinsen für sie haben wird.“ erklärt Jochen Schwabe, Geschäftsführer von Schwabe, Ley und Greiner (SLG) und Mitgründer des Finanzsymposiums.
Geldanlage bei Niedrigzinsen bleibt herausfordernd
Die richtige Wahl der Anlagestrategien in Zeiten von Niedrig- bzw. Negativzinsen gilt wie schon im Vorjahr als zentrale Herausforderung im Asset Management: Sie beschäftigt mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (64%) und auch 60% der befragten Banker. Fast die Hälfte (45%) der Unternehmen und 39% der Banker nennen an zweiter Stelle die Steuerung des Kontrahenten-Risikos als wichtigstes Thema im Asset Management. „Hier zeigt sich, wie wichtig die Stabilität und Bonität der gewählten Bankpartner für die Unternehmen ist. Sie verdient kritischere Beobachtung denn je“ so Thomas Schörner, Partner von SLG.
Im Bereich „Treasury“ beschäftigt zwei Drittel (66%) der befragten Unternehmen (40% der Banken) vor allem die „Dauerbrenner-Frage“ nach der richtigen Liquiditätsplanung und dem damit verbundenen Berichtswesen.Über die Hälfte der Unternehmen (57%) und knapp die Hälfte der Banker (48%) betrachten die Themen Cash Management und sicheren Zahlungsverkehr als vordringlich. Dazu Schörner: „Die in den vergangenen Wochen und Monaten bekannt gewordenen Hackerangriffe auf Finanzabteilungen von Unternehmen werden die Bedeutung des Themenkomplexes Sicherheit im Zahlungsverkehr noch weiter steigen lassen – sowohl auf Unternehmens-, als auch auf Bankenseite.“
Vorträge von Guido Westerwelle und Gregor Gysi auf dem diesjährigen Finanzsymposium
Diese und andere Fragen sind zentrale Themen des 28. Finanzsymposiums in Mannheim, das dieses Jahr vom 20.-22. April 2016 stattfindet. Neben einer großen Auswahl von Workshops zu Detail-Themen gibt es verschiedene Foren, die so unterschiedliche Themen beleuchten wie die Sicherheit im Zahlungsverkehr, Asset Management im Niedrigzinsumfeld, die Folgen der Konsolidierung im Bankensektor, die Finanzstrategie 2016 aus CFO-Sicht sowie professionelles Fremdwährungs-Management.
Den Auftakt der Veranstaltung macht am 20. April Ex-Außenminister Guido Westerwelle mit einem Vortrag über die Bedeutung eines gemeinsamen Auftritts der Europäer nicht nur in der Wirtschaftspolitik. Gregor Gysi, bis 2015 Vorsitzender der Fraktion der Linken im Bundestag, spricht am letzten Konferenztag (22. April) über die Grenzen des staatlichen Einflusses in einer globalen Wirtschaft.
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