Die deutsche Wirtschaft hat kein Vertrauen in die
Gesundheitsreform. Die Unternehmen glauben mehrheitlich nicht daran,
dass die geplante Festsetzung des Arbeitgeberanteils in der
Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) langfristig Bestand haben
wird. Das ergab eine repräsentative Umfrage der IW Consult (Köln) im
Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der
Zeitschrift WirtschaftsWoche.
Eine große Mehrheit von rund 80 Prozent der 750 befragten
Unternehmen rechnet damit, dass die geplante Festschreibung des
Arbeitgeberanteils auf 7,3 Prozent allenfalls bis zum Ende der
Legislaturperiode gelten wird. Knapp die Hälfte (44 Prozent) der
Unternehmen erwartet sogar, dass diese Regelung schon innerhalb eines
Jahres keinen Bestand mehr haben kann.
Außerdem befürchtet die Mehrzahl der Unternehmen steigende
Bürokratiekosten durch die Gesundheitsreform. Der Grund: Sowohl die
Erhebung der geplanten Zusatzprämien der Versicherten als auch der
geplante Sozialausgleich für Geringverdiener sollen im Rahmen der
Lohnabrechnung durch den Arbeitgeber erfolgen. Rund 80 Prozent der
befragten Unternehmen rechnen daher mit höheren, jedes fünfte
Unternehmen sogar mit deutlich höheren Bürokratiekosten. Auf die
konkrete Personalpolitik der Unternehmen haben die Reformpläne laut
Umfrage kaum Einfluss. Dennoch gibt immerhin rund ein Viertel der
Befragten an, die Gesundheitsreform werde sich negativ auf die
Beschäftigung und die Einstellungspläne auswirken. Positive Effekte
sieht dagegen kaum ein Unternehmen.
„Das Gesundheitssystem krankt nicht an mangelnden Einnahmen,
sondern an seinen zu hohen Kosten. Das beste Heilmittel gegen immer
weiter steigende Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist mehr
Preiswettbewerb unter den Leistungsanbietern“, sagt
INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr: „Die Umfrage zeigt, dass
die deutsche Wirtschaft kein Vertrauen in eine stabile Finanzierung
der gesetzlichen Krankenversicherung hat, so lange die Kosten
erkennbar weiter steigen.“
An der Befragung nahmen 750 Unternehmen aus der Industrie sowie
den industrienahen Dienstleistungen (Großhandel, Verkehr,
Nachrichten, unternehmensnahe Dienstleistungen) teil.
Pressekontakt:
Christoph Windscheif
INSM
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