Familienleben statt Single-Dasein, nachbarschaftliches Miteinander statt anonymes Nebeneinander: Auf dem Land bedeuten traditionelle Werte noch etwas. Dieser Meinung sind sieben von zehn der vom Medienforschungsinstitut TNS Infratest befragten Bewohner ländlicher Regionen. Im Vergleich: Nur 45 Prozent der Städter denken, dass traditionelle Werte ihr urbanes Umfeld besonders prägen.
Bayern und Nordrhein-Westfalen halten alte Werte in Ehren
Welche Bedeutung althergebrachte Werte für die Befragten haben, hängt offenbar auch davon ab, in welchem Bundesland sie leben. Besonders Bayern und Nordrhein-Westfalen sind laut TNS Infratest äußerst traditionsverbunden: Für 83 Prozent der bayerischen und für 78 Prozent der nordrhein-westfälischen Landbewohner spielen Werte wie Solidarität und sozialer Rückhalt eine wichtige Rolle.
Regionale Unterschiede in ostdeutschen Bundesländern
Weniger Gewicht haben Traditionswerte dagegen in vielen ostdeutschen Bundesländern, fanden die Meinungsforscher heraus. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt maßen nur 48 Prozent der Bewohner ländlicher Regionen traditionellen Werten eine Bedeutung zu. Eine Ausnahme bilden sächsische und thüringische Dorfbewohner: Mit 65 Prozent sind sie ebenso traditionsliebend wie Niedersachsen und Schleswig-Holsteiner.
„Um ländliche Regionen fit für die Zukunft zu machen, brauchen wir gute Traditionen der Lokalkultur, Innovationen und das Engagement der Bürger vor Ort, die ihre soziale Verantwortung ernstnehmen“, sagt Prof. Dr. Heiderose Kilper, Leiterin des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung sowie Fachbeiratsmitglied des Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2014. „Die Devise muss lauten: sich für andere einsetzen und darüber reden. Denn nur wenn gute Ideen und Initiativen bekannt werden, entfalten sie ihre Wirkung und ihren Vorbildcharakter.“
(1) Deutschsprachige Wohnbevölkerung über 14 Jahre, Erhebungszeitraum Februar 2014
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