In der tunesischen Hauptstadt Tunis sind exakt ein halbes Jahr nach dem Mord an einem führenden Oppositionellen in der Nacht zum Mittwoch erneut Zehntausende auf dem Bardo-Platz zusammengekommen, um den Rücktritt der Regierung um Premierminister Ali Larajedh zu fordern. Die Demonstranten protestieren gegen Larajedh und seine Partei Ennadha, die bei den Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung im Oktober 2011 stärkste Kraft wurde, weil diese bis heute keine neue Verfassung auf den Weg gebracht hat. Zudem steckt die tunesische Wirtschaft in einer tiefen Krise. Um wieder Bewegung in die festgefahrene Situation zwischen Regierung und Opposition zu bringen, setzte der Präsident der Verfassunggebenden Versammlung, Mustapha Ben Jaafar, aus Protest die Arbeit des Gremiums auf unbestimmte Zeit aus, Ennadha sprach daraufhin von einem „Putsch“.
Auf Facebook teilen
Follow on Facebook
Add to Google+
Verbindung zu Linked in
Subscribe by Email
Drucken