Thomas Mayer, Chefvolkswirt der
Deutschen Bank, sieht weiterhin das Risiko von Staatspleiten in der
Euro-Zone. Mayer im Deutschen Anleger Fernsehen (DAF): „Die
Euro-Krise ist noch nicht vorbei, Staatspleiten sind nicht
auszuschließen und das Schlimme daran ist, wir haben keinen Plan B.“
Die EZB solle hier endlich auf die Bundesregierung hören und sich auf
ein solches Szenario vorbereiten, so Mayer weiter. Mit dem
750-Mrd.-Euro-Rettungsschirm habe man sich lediglich Zeit erkauft,
die Probleme seien aber nicht vom Tisch.
In Anbetracht der starken konjunkturellen Entwicklung sei die
Forderung nach Lohnerhöhungen „verständlich und auch gerechtfertigt“,
so Mayer. „Höhere Löhne in Deutschland sind durchaus zu
rechtfertigen, aber bitte mit Maß.“
Für dieses Jahr rechnet Mayer mit mindestens 3.5% BIP Wachstum in
Deutschland, „eine 4 vor dem Komma ist eher unwahrscheinlich, dafür
müsste das 3. Quartal so stark laufen wie das 2. Quartal und da kam
einiges Gutes zusammen“, so Mayer weiter.
Für 2011 rechnet Mayer mit 1.5 bis 1.75% BIP Wachstum, auch 2012
sollte sich in dieser Range bewegen. Die EZB wird im Frühjahr ihren
Exit aus der ultraexpansiven Geldpolitik einleiten und im Sommer 2011
wohl zum ersten Mal die Zinsen anheben.
Für die USA rechnet Mayer nicht mit einer erneuten Rezession, aber
mit „teil-japanischen Verhältnissen“.
Mayer: „Das japanische wird das schwache Wachstum sein. Mehr als
2% Wachstum sehe ich in den USA nicht mehr, auch auf Dauer nicht.
Dazu kommt aber dann Inflation. Und dies ist der nicht-japanische
Teil der Sache. Die FED-Politik wird zwangsläufig zu Inflation
führen.“ In China, so Mayer, wird es zu einem „Soft Landing“ kommen.
Das Interview kann in voller Länge im Video-Archiv des DAF unter
www.daf.fm abgerufen werden.
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