Oft wird davon gesprochen, vielfach sogar suggeriert, man könne bereits gezielt verhandeln, wenn man schwierigen Situationen und dialektischen Angriffen gekonnt begegnen könne. Ist das wirklich so? Ich meine nein: Der Alltag in vielen Verhandlungen sieht anderes aus.
Sind Sie direkt in Verkauf, Vertrieb, Key Account, Produkt-Management, Marketing oder Werbung aktiv? Oder sind Sie beratend in der Technik, der Verwaltung, der Betriebswirtschaft, im Kundendienst, im Service tätig? Oder
Nehmen Sie als Bieter an Vergabeverhandlungen teil? Und haben Sie individuelle Angebote zu erstellen und zu besprechen? Dies in Handwerk, Handel, Gewerbe, Industrie, Dienstleistung, Freie Berufe, Verwaltung?
Wissen Sie – oder vermuten Sie – wie viel Potenzial in den unzähligen Verhandlungen von Beratung und Verkauf ungenutzt bleibt? Wohlgemerkt, in den zahllosen Besprechungen am Telefon und vielen persönlichen Verhandlungen – Tag für Tag!
Können Sie sich vorstellen, was diese Nachlässigkeit in der Summe, in etwa wenigstens, für viele Unternehmen bedeutet? Und wie dadurch, meist ja schleichend, das weitere, intensive Engagement in Beratung und Verkauf nachlässt?
Viele Unternehmen, die nicht weltweit und vornehmlich in Asien tätig sind, spüren bereits einen Auftrags-Rückgang. Erste Entlassungen sind angekündigt oder es ist im 2. Halbjahr damit zu rechnen. Schon im April waren Unternehmen bei Einstellungen zögerlicher.
Kleine, mittelständische und größere Unternehmen sehen trotz der guten Konjunktur die im Verhältnis zum Umsatz oft mäßige Rentabilität im Ertrag (Erlöse im Verhältnis zum Umsatz, in % gemessen) mit Besorgnis.
Die Formulierungen Verhandlungstechnik, Verhandlungstaktik, Verhandlungsstrategie und Verhandlungskunst werden oft parallel verwendet und sorgen für Verwirrung. Zudem wird in einigen Internet-Auftritten vordergründig suggeriert, verhandeln sei in erster Linie die Abwehr von Angriffen und man könne verhandeln, ohne ein spezifisches (Fach-) Wissen und ohne ein positives persönliches Feingefühl mitzubringen.
In einer Welt, die eine stetige Globalisierung und Internationalisierung erlebt, gewinnt der erfolgreiche Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern, Kollegen, Vorgesetzten und Mitarbeitern für eine Führungskraft einen immer größer werdenden Stellenwert.
In Zeiten der Globalisierung und Fusionierung haben viele Führungskräfte, zunehmenden Bedarf an Know-How, wie sie in fremden Ländern mit Partnern, Kunden und Kollegen aus anderen Kulturkreisen erfolgreich verhandeln.