Die bisherige Politik der Europäischen Union gegenüber den Staaten Nordafrikas war nach Ansicht des tunesischen Außenministers Rafik Abdessalem ein "großer Fehler". Dies sagte der tunesische Außenminister in einem Interview mit der Tageszeitung "Neues Deutschland" (Donnerstag-Ausgabe). Er hoffe jedoch, so Abdessalem, "dass Europa seine Lektion aus der Unterstützung der Diktatur, unter der unzählige Tunesier gelitten haben, gelernt ha
Bei den ersten freien Wahlen in Tunesien hat die islamistische Ennahdha-Partei 41 Prozent der Stimmen geholt. Das teilte die offizielle tunesische Wahlkommission am Donnerstagabend mit. Die Islampartei holte damit 90 der insgesamt 217 zu vergebenden Abgeordnetensitze. Die Bewegung hatte sich bereits am Dienstag nach dem Bekanntwerden von ersten Ergebnissen zum Sieger der Wahl erklärt und Gespräche mit allen anderen politischen Parteien angekündigt. Zweitstärkste Partei wurde
Bei den ersten freien Wahlen in Tunesien deuten jüngste Ergebnisse auf einen Wahlerfolg der islamistischen Ennahdha-Bewegung hin. Medien berichten unter Berufung auf Parteikreise, dass die Islamisten in den bereits ausgezählten Wahlkreisen mit einem Stimmanteil zwischen 25 und 50 Prozent deutlich vorn liegen. Das vorläufige Endergebnis wird allerdings erst für Dienstag erwartet. Die Auszählung der Stimmen habe vielerorts mit erheblicher Verspätung begonnen, berichte
Der Journalist und Tunesien-Experte Rudolph Chimelli erwartet bei der Wahl in Tunesien einen Erfolg der Islamisten. "Die Stimmung im ganzen Land machte es hörbar, sichtbar und greifbar. Noch haben wir keine Wahlergebnisse, aber die hohe Wahlbeteiligung ist fast sicher gleichbedeutend mit einem Erfolg von al-Nahda", sagte Chimelli im Deutschlandfunk. Eine Gefährdung der Demokratie durch den Vormarsch der Islamisten sieht der Autor dadurch jedoch nicht: "Die tunesischen Is
Die ersten freien Wahlen in der Geschichte Tunesiens sind nach offiziellen Angaben ein riesiger Erfolg. Am späten Nachmittag habe die Wahlbeteiligung bereits bei rund 70 Prozent gelegen, sagte Wahlleiter Kamel Jendoubi. Die Wahllokale schließen um 20 Uhr deutscher Zeit. Erste Ergebnisse sollen am Sonntagabend bekanntgegeben werden. Das vorläufige Endergebnis wird für Montag erwartet. Zur Unterstützung der freien Wahlen entsandte die EU insgesamt 180 Wahlbeobachter. Neun
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sieht die am Wochenende stattfindende Wahl in Tunesien als Meilenstein in der Geschichte des Landes. "Tunesien hat vor neun Monaten als erstes Land in Nordafrika aus eigener Kraft und unter großen Opfern den demokratischen Aufbruch gewagt", erklärte Westerwelle am Freitag in Berlin. Die Wahl sei zugleich ein "Lackmustest für die junge tunesische Demokratie", so der Außenminister. Bei freien und fairen Wah
Der ehemalige libysche Premierminister Bagdadi Ali al-Mahmudi ist in Tunesien festgenommen worden. Das bestätigte das tunesische Innenministerium. Den Angaben zufolge wurde der letzte Regierungschef von Muammar al-Gaddafi an der Grenze zu Algerien nahe der Oasenstadt Tozeur in dem Ort Tamaghza wegen einer fehlenden Einreisegenehmigung festgenommen. Ein tunesisches Gericht verurteilte Mahmudi daraufhin wegen illegalen Grenzübertritts zu sechs Monaten Gefängnis. Mahmudi war bis vor
Die libysche Regierung hat die Nato vor einem angeblich geplanten Luftangriff auf den Grenzübergang Ras Jedir an der tunesischen Grenze gewarnt. Tripolis habe Informationen über Nato-Pläne für einen "intensiven Beschuss" des Grenzpostens, um "bewaffneten Banden" dabei zu helfen, auf libysches Territorium vorzudringen, sagte Regierungssprecher Moussa Ibrahim am Sonntag. Diese Pläne bezeichnete Ibrahim als "sehr gefährlich". In Ras Jedir
Ein Gericht in der tunesischen Hauptstadt Tunis hat am Montag den ehemaligen Staatspräsidenten Zine el-Abidine Ben Ali zu 35 Jahren Haft wegen illegaler Bereicherung verurteilt. Seine ebenfalls deswegen angeklagte Frau Leila Trabelsi erhielt dasselbe Strafmaß. Neben der Freiheitsstrafe verhängte der Richter hohe Geldstrafen für beide. Sie sollen insgesamt 91 Millionen tunesische Dinar (46,2 Millionen Euro) zahlen. Das Verfahren mit insgesamt 93 Anklagepunkten hat erst am heu
Vor der tunesischen Küste haben Rettungskräfte die Leichen von bis zu 150 afrikanischen Flüchtlingen geborgen. Das teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nation (UNHCR) mit. Das Flüchtlingsboot war am Mittwoch mit rund 800 Insassen vor der tunesischen Küste bei einem Rettungsversuch gekentert. "Wir wissen, dass viele Frauen und Kinder unter den 150 sind", sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards. Etwa 578 Flüchtlinge konnten gerettet werden und wurd