Dr. Christian Schneider, Vorstand der SYSTHEMIS AG, freut sich über die Bewilligung des im Frühjahr dieses Jahres eingereichten Förderantrags. „Die Förderung durch das BMWI erlaubt es uns, für unsere Kunden ein Vorgehensmodell zu entwickeln, welches bereits von Anfang an die Revisionssicherheit des Gesamtsystems im Auge hat und es gleichzeitig ermöglicht, aufwandsarm im Anschluss eine Zertifizierung, z. B. gemäß BSI oder ISO, anzustreben. Das besondere an dem von uns zu entwickelnden Ansatz ist die agile Vorgehensweise, welche den Prozessen zugrunde liegt.“ Im Vergleich zu klassischen Vorgehensmodellen setzen agile Methoden auf eine noch engere Abstimmung mit den Kunden und eine ständige Ausrichtung an deren Anforderungen. Diese können sich im Projektablauf ändern und müssen berücksichtigt werden. Klassische Vorgehensmodelle stehen hier vor dem Problem, dass ein einmal definiertes Lastenheft gem. der Interpretation durch den Implementierungspartner in Form eines Pflichtenheftes abgearbeitet wird. Der Kunde erhält am Ende ein Ergebnis und beurteilt dessen Tauglichkeit gegen möglicherweise nicht mehr aktuelle Anforderungen. Eine sich unmittelbar an das Projektende anschließende Anpassungsphase verspätet letztlich den Go-Live des Projektes und erhöht die Gesamtkosten, was zulasten der Rentabilität des Gesamtprojektes geht – und meist auch nicht zur Zufriedenheit der Anwender führt.
Anders agile Vorgehensmodelle. Diese setzen auf enge Absprache mit den Kunden auch während des Projektablaufs und gewährleisten durch die Bereitstellung von Prototypen eine frühe Einsichtnahme in den Entstehungsprozess der Lösung. Dadurch hat der Kunde nicht nur die Möglichkeit, in einem sehr frühen Stadium auf die entstehende Lösung einzuwirken. Es ist dadurch ebenfalls möglich, mit einer „80%-Lösung“ zu starten und so den Go-Live eines Projektes nach vorne zu legen. Durch den vorgezogenen Einsatz können zum einen Einsparpotentiale frühzeitiger realisiert werden und zum anderen die Erfahrungen der Pilotanwender in den Fertigstellungsprozess einfließen.
Der Anspruch der „Agilität“ geht mit besonderen Anforderungen an den Prozess der Lösungserstellung einher. Dabei ist es egal, ob es sich um die Einführung einer elektronischen Einkaufslösung, eine Erweiterungsprogrammierung, die Erstellung von Prozessmodellen oder sonstiges Customizing des Systems handelt. Ausgangspunkt sind stets die Anforderungen der Kunden, die sich in ihrer Komplexität unterscheiden und so den Umfang eines Projektes bestimmen. Sich den wechselnden Anforderungen anpassen zu können bedeutet für beide Projektpartner aber nicht, dass diese Flexibilität in Beliebigkeit ausarten darf. Schließlich müssen alle Kundenanforderungen immer noch mit einer Standardsoftware in Einklang zu bringen sein.
Dies sind auch die Ansatzpunkte der SYSTHEMIS AG im Rahmen der Förderung durch das BMWI. Kunden, vorwiegend aus öffentlichen Verwaltungen, stellen höchste Ansprüche an die Revisionssicherheit der eingesetzten Lösung, der Dokumentation von Änderungen und die angrenzenden Prozesse. Diese unter dem Dach eines agilen Vorgehensmodells zusammenzufassen, welches zudem die Durchführung einer ISO-Zertifizierung ermöglicht, ist das Ziel des über einjährigen Projekts, an dem mehrere Mitarbeiter der SYSTHEMIS AG beteiligt sind.
Die SYSTHEMIS AG freut sich besonders darüber, dass auch schon Bestandskunden im Rahmen der Erstellung des neuen Vorgehensmodells sowie der dazu notwendigen Werkzeuge ihr Interesse bekundet haben und ab 2011 erste Praxiserfahrungen mit Pilotkunden gesammelt werden können.