Nur mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung konnten
die Spitzenverbände der Wirtschaft vor neun Jahren verhindern, dass
die rot-grüne Bundesregierung Frauenquoten in den Führungsetagen
festlegte. Doch sie war das Papier nicht wert. Die Zahlen des
Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigen genauso die
ungeschminkte Wahrheit wie ein Blick in die Vorstandsetagen der
großen Konzerne: Seither hat sich nichts gebessert. Einerseits ist
das kein Wunder: Verbände können ihren Mitgliedsunternehmen nichts
vorschreiben. In denen aber funktionieren die Seilschaften in den
Führungsetagen und damit das Regime der Männer. Gerade in der
Topetage verfügen sie über die nötigen Netzwerke. Für Frauen dagegen
werden insbesondere Kinder zum Karriereknick. Letztlich führt das zu
einem gewaltigen volkswirtschaftlichen Schaden: In ihre Ausbildung
wurde viel investiert. Im Studium etwa schneiden sie längst deutlich
besser ab als Männer. Aber das Potenzial wird nicht genutzt. Diese
Verschwendung können wir uns nicht länger leisten. Ein Stück weit mag
helfen, dass es durch den Pillenknick schon bald deutlich weniger
männliche Führungskräfte gibt. Ändern muss sich aber die Einstellung
der Entscheider, und das sind immer noch Männer. Bis das in die
Hinterköpfe eingezogen ist, dauert es zu lange. Traurig, aber wahr:
Es geht nur mit festen Frauenquoten. In Norwegen haben sie wahre
Wunder bewirkt.
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Lothar Tolks
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