Ohne die Hartnäckigkeit von Journalisten wären
Wulffs dunkle Seiten unbeleuchtet geblieben. Aber die investigative
Verfolgung glich zeitweise einer Menschenjagd, journalistischer
Anstand wurde vielfach verletzt. Die Affäre zwingt die Medien, über
die Grenzen zwischen Information und Denunziation, zwischen
Aufklärung und öffentlicher Hinrichtung neu nachzudenken.
Jagdeifer trug auch die Staatsanwälte fort. Es war richtig, dass
sie dem Anfangsverdacht nachgingen. Es war angesichts der politischen
Brisanz des Falles auch richtig, mit hohem personellem und
finanziellem Aufwand zu ermitteln. Aber die Hannoveraner Juristen
spürten nicht, dass sie sich verrannten – oder es fehlte ihnen der
Mut aufzuhören, als sich die juristischen Vorwürfe Punkt um Punkt
auflösten. Das exzessive Treiben hat das Vertrauen in eine
unabhängige, nur der Wahrheitssuche verpflichtete Justiz erschüttert.
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