Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Gipfeltreffen EU/Türkei

Das Gipfeltreffen, zu dem an diesem Montag im
bulgarischen Warna die EU-Spitzen mit dem türkischen Staatschef Recep
Tayyip Erdogan zusammenkommen, dient vor allem dazu, den
Gesprächsfaden nicht ganz abreißen zu lassen. Große Fortschritte sind
nicht zu erwarten. Doch die EU muss mit Ankara im Gespräch bleiben,
nicht nur wegen der Flüchtlingsfrage. Das schuldet sie auch der
türkischen Opposition, die sich auf die europäischen Werte beruft.
Ja, man muss mit Erdogan reden. Aber in einer Sprache, die er
versteht. Der Flüchtlingspakt darf kein Grund sein, vor dem
türkischen Staatschef zu kuschen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat
endlich die türkische Syrien-Invasion in der gebotenen Deutlichkeit
kritisiert. Und der Europäische Rat hat die Türkei wegen ihres
aggressiven Auftretens im Mittelmeer so scharf wie nie zuvor
zurechtgewiesen. Jetzt sollten in Warna auch Juncker und Tusk mit dem
türkischen Staatschef Klartext reden.

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