Der Angeklagte hat zum Auftakt ein umfassendes
Geständnis abgelegt, was der Aufarbeitung der Vorwürfe dient, weil
unwürdiges Leugnen und Verfahrenstricks damit wohl ausbleiben werden.
Und die angereisten KZ-Überlebenden formulieren präzise, worum es
ihnen geht: Ein Mann soll Verantwortung übernehmen für seine Tat und
ein Staat für seine Geschichte. Selbstverständlich liegt der
Hauptzweck dieses Prozesses nicht darin, Gröning ins Gefängnis zu
bringen. Es geht darum, schwerstes Unrecht zu brandmarken, solange
die dafür Verantwortlichen noch leben. Dass dies bisher nicht
geschehen ist, weil die deutsche Justiz lange blind war, ändert an
der Forderung nichts. Und wenn der Angeklagte am Ende tatsächlich zu
einer Gefängnisstrafe verurteilt wird und diese antreten kann, ist
das nur gerecht.
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