
Netzwerker sind in Krisen stabiler
Die kleinsten Unternehmen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden, waren und sind noch immer von den Auswirkungen der Corona-Krise und den damit verbundenen Maßnahmen besonders betroffen. Das Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Wien hatte im April etwa 600 Solopreneure und Kleinstunternehmen im deutschen Sprachraum befragt, wie sich die Pandemie auf ihre Umsätze auswirkt. Dabei gaben 80 Prozent an, dass sie mindestens die Hälfte ihres Umsatzes eingebüßt hatten. In einer Umfrage unter 652 im BNI organsierten Einzel- und Kleinstunternehmen, die etwa zeitgleich durchgeführt wurde, waren es nur 36 Prozent, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes verloren haben.
?Wir erfahren hier bei uns in der Region Berlin / Brandenburg Ost sogar einen geschäftlichen Aufschwung vieler Mitglieder. Es gibt innovative Ideen und zahlreiche Erfolgsgeschichten, die ohne das Netzwerk nicht möglich gewesen wären?, sagt Thomas Meisner.
Gemeinschaftliche Idee kann Eventbranche wiederbeleben
Ein Beispiel: Sören Hansen, dessen Eventgeschäft völlig zum Erliegen gekommen war, entwarf mit zwei IT-Dienstleistern ein ?Batch?, das bei Veranstaltungen oder in Betrieben warnt, wenn der 1,5-Meter-Mindestabstand nicht eingehalten wird. Gleichzeitig dient Discon20 dazu, Infektionsketten nachzuverfolgen.
?Die Idee wurde praktisch aus der Krise geboren?, freut sich Thomas Meisner über den kreativen und gemeinschaftlichen Ansatz. ?Unser Netzwerk gibt den Unternehmern die Möglichkeit, sich auf hohem fachlichen Niveau auszutauschen und kreative Ideen weiterzudenken. So finden Leute beruflich und menschlich zusammen, stützen und fördern einander.?
Hinzu kommt ein psychologischer Aspekt: Kleinunternehmer sind häufig Einzelkämpfer. Im Netzwerk erleben sie, was Teamgeist bedeutet und Zusammenarbeit bewirken kann. Gemeinsam durch die Krise ? die Uni Wien hat jetzt auch wissenschaftlich belegt, dass dies keine hohle Phrase ist.