
Unternehmen nutzen Mitarbeiterbefragungen immer häufiger, um deren Ergebnisse für Change-Management-Vorhaben sowie für Organisations- und Personalentwicklungsprozesse zu nutzen. Dies belegt eine jüngst durchgeführte Analyse der Konstanzer Cubia AG. Deren zentrales Anliegen war es, die Verbreitung, Zielsetzung und Durchführungsart von Mitarbeiterbefragungen in Unternehmen zu ermitteln. „Im Unterschied zu unserer Studie, die wir bereits 2004 gemeinsam mit dem Institut für Psychologie von der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) durchgeführt haben, legen inzwischen über 70 Prozent der Unternehmen explizit Wert darauf, Verbesserungspotenziale bei Führung, Kommunikation, Unternehmenskultur, Prozessen, Projekten etc. zu ermitteln“, erklärt Roman Diederich, Vorstand der Cubia AG. Angesichts der strategischen Relevanz sind sowohl Geschäftsführer und Vorstände als auch Personalleiter sowie Arbeitnehmervertretungen Treiber von Mitarbeiterbefragungen.
Befragungen als zyklischer Prozess
Durch die veränderte Funktion des Mitarbeiterfeedbacks ist auch die Bereitschaft gestiegen, die Erhebung zu wiederholen, erläutert der Vorstand der Konstanzer Unternehmensberatung. Denn auf diese Weise lässt sich evaluieren, inwieweit Strategien, Projekte und Folgemaßnahmen tatsächlich erfolgreich sind. Laut Roman Diederich und seinem Vorstandskollegen Matthias Diete verstehen mittlerweile über 80 Prozent der Unternehmen Mitarbeiterbefragungen als zyklischen Prozess und führen mit ein bis drei Jahren Abstand Folgeerhebungen durch.
Kleinere Unternehmen fragen seltener
Die Bereitschaft, die Mitarbeiter zu befragen, hängt allerdings sehr von der Größe eines Unternehmens ab. „Während in nahezu allen DAX-Unternehmen entsprechende Erhebungen selbstverständlich sind, nutzt nur etwa jedes zweite mittelständische Unternehmen über 1.000 Mitarbeiter dieses Instrument, bei Unternehmen mit 500 bis 1.000 Mitarbeitern sogar nur jedes dritte“, berichten Diederich und Diete. Klein- und mittelständische Unternehmen nutzen jedoch die ermittelten Erkenntnisse schneller und umfassender für Verbesserungsprozesse, was ihnen aufgrund der geringeren Größe leichter fällt.
Externe Spezialisten übernehmen
85 Prozent der Erhebungen erfolgen inzwischen online. Nur Mitarbeiter, die keinen Onlinezugang haben, erhalten noch einen Papierfragebogen. Die Kunst, die richtigen Fragen für die Erhebung zu entwickeln, überlassen über 80 Prozent der Unternehmen externen Spezialisten, um eine hohe Aussagekraft der Ergebnisse zu gewährleisten. Nur gut zehn Prozent der Unternehmen „stricken“ ihre Fragebögen selbst. Dadurch mangelt es mitunter an der Güte der Fragen und später an der Aussagekraft der Befragungsergebnisse. Für über 90 Prozent der Unternehmen führen daher externe Institute die Erhebung durch, auch um der Belegschaft das Signal zu senden, dass Anonymität und Datenschutz eingehalten werden.
Fundament für Interventionen
„Wie tief die Ergebnisse ausgewertet werden, hängt davon ab, ob Veränderungsprojekte abgeleitet werden“, äußern die Cubia-Chefs. Die Geschäftsführung erhält eine Management Summary, jede Führungskraft einen für den Zuständigkeitsbereich geltender Ergebnisbericht. Die Mitarbeiter werden über die Gesamtergebnisse informiert. Meistens stellen zudem die Führungskräfte ihren direkten Mitarbeitern die Bereichs- bzw. Abteilungsresultate vor. Schließlich benötigen die späteren Interventionen ein solides Fundament.
Win-Win-Situation
Zwei Drittel der Belegschaft sind wie ihre Chefs und die Arbeitnehmervertretungen offen für wiederkehrende Erhebungen, wenn sich anschließend Führung, Abläufe und Prozesse verbessern. Für die Experten der Cubia AG ist das nur logisch. Denn richtig konzipiert und durchgeführt, rechnen sich Mitarbeiterbefragungen für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer. Und das lässt sich laut Diete und Diederich wahrlich nicht von allen Strategie- und Personalinstrumenten behaupten.
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