Hamburg – Der weltweit führende Kreditversicherer Euler Hermes hat insgesamt elf Länder in ihrer Bewertung hochgestuft und attestieren diesen ein sinkendes Risiko. Europa erholt sich weiterhin sukzessive von der Eurokrise der letzten Jahre, gleich sieben europäische Länder bewerten die Euler Hermes Experten deutlich besser als in der Vergangenheit: Italien und Spanien erhalten mit dem Rating A2 wieder gute Schulnoten (jeweils von A3) und auch Irland (von BB3 auf BB2), Portugal (von B3 auf B2), Griechenland (von B4 auf B3), Ungarn (von C3 auf B2) und Serbien (von D4 auf D3) weisen geringere Länderrisiken auf. Hauptgründe sind jeweils günstigere Konjunkturaussichten und eine Stabilisierung des Insolvenztrends und des Bankensektors.
Auch einigen afrikanischen Ländern wie der Elfenbeinküste und Nigeria (beide von D4 auf D3) bescheinigen die Euler Hermes Ökonomen ein leicht sinkendes Risiko – wenngleich auf weiterhin sehr hohem Niveau. Diese Regionen verfügen künftig über großes Wachstumspotenzial und gewinnen sowohl für Exportunternehmen als in der Folge auch für Kreditversicherungen eine immer größere Bedeutung.
„Für Deutschland als Exportweltmeister sind die aktuellen Verbesserungen insgesamt ein gutes Zeichen – insbesondere die der zahlreichen europäischen Staaten“, sagte Ludovic Subran, Chefökonom von Euler Hermes. „Dennoch bleiben die Risiken auch weiterhin groß, vor allem durch die hohe Staatsverschuldung zahlreicher Länder und die vielerorts geringe Inflation, die den Schuldenabbau von Regierungen und Privathaushalten erschweren könnte.“
Auch der Bankensektor bleibt trotz starker Verbesserungen weiterhin ein Risiko. Dennoch arbeiten sich viele Länder nach der Eurokrise wieder nach vorne.
„Neben Italien, Spanien und Portugal ist Griechenland eines der besten Beispiele: Als erstes und wohl prominentestes Opfer der Eurokrise musste Griechenland 2010 mit dem viel diskutierten Euro-Rettungsschirm gerettet werden“, sagte Krings. „Vier Jahre später ist das Land nun nicht nur an den Kapitalmarkt zurückgekehrt, sondern kommt auch wirtschaftlich langsam wieder in den Tritt. Der Finanzdruck hat erheblich nachgelassen und die Chemie-, Lebensmittel- und Telekommunikationsbranche im Land entwickeln sich gut. Bau-, Textil- und Metallgewerbe kämpfen hingegen weiterhin mit großen Risiken. Dennoch ist Griechenland langsam als Handelspartner der Deutschen zurück und wir unterstützen unsere Kunden mit entsprechend umfangreichem Schutz vor Forderungsausfällen.“
Euler Hermes unterscheidet zwischen einem mittelfristigen Rating (auf einer Skala von AA, A, BB, B, C, D) und einem kurzfristigen Rating (auf einer Skala von 1, 2, 3, 4). Diese beiden Ratings werden zu einem Gesamtländerrating (von AA1 = Bestnote bis D4 = schlechtestes Rating) kombiniert.
Land |
Neues EH-Rating |
Altes EH-Rating |
Elfenbeinküste |
D3 |
D4 |
Griechenland |
B3 |
B4 |
Ungarn |
B2 |
C3 |
Indien |
B1 |
B2 |
Irland |
BB2 |
BB3 |
Italien |
A2 |
A3 |
Nicaragua |
D3 |
D4 |
Nigeria |
D3 |
D4 |
Portugal |
B2 |
B3 |
Serbien |
D3 |
D4 |
Spanien |
A2 |
A3 |
Euler Hermes weltweite Länderrisikokarte, 241 Länder:http://www.eulerhermes.de/economic-research/Pages/laenderrisiko-karte.aspx
Übersicht aller Euler Hermes Länderbewertungen:http://www.eulerhermes.com/economic-research/country-reports/Pages/default.aspx