Laut aktuellem Deloitte Global Economic Outlook
bleibt Deutschland Lokomotive der allmählichen Erholung der Euro-Zone
– und steht stellvertretend für das ökonomische Ungleichgewicht von
„Kern-“ und „Randstaaten“ der Union. Insgesamt ist das
prognostizierte Wachstum der Euro-Zone für 2011/2012 mit 1,7 bzw. 1,5
Prozent moderat. Die Inflation bleibt beherrschendes Thema in den
aufstrebenden Volkswirtschaften Chinas, Indiens und Brasiliens. In
den USA ist die wirtschaftliche Erholung von zahlreichen Risiken
bedroht – manche dieser bergen aber auch Chancen. Düster sind die
Aussichten für Japan: Standen die Dinge schon vor der Katastrophe
nicht zum Besten, so scheinen die jüngsten Ereignisse die
wirtschaftliche Entwicklung nochmals negativ zu beeinträchtigen.
„Ein wichtiges Thema bei der Entwicklung der Weltwirtschaft ist
die Ernährungssituation. Treiben Inflation und zunehmende
Ressourcenknappheit die Nahrungsmittelpreise weiter in die Höhe –
eine Tendenz, die vom verstärkten Pflanzenanbau zur
Treibstoffgewinnung unterstützt wird -, drohen ernsthafte
Verwerfungen in weiten Teilen der Welt“, erklärt Dr. Elisabeth
Denison, Director Corporate Development & Strategy bei Deloitte.
Euroland gespalten
Die Eurozone ist von zwei unterschiedlichen Tendenzen geprägt:
Während die Kernländer wieder erstarken, gerät die Peripherie
zusehends unter Druck. Auf der anderen Seite besteht gerade für die
Kernländer wie Deutschland mittelfristig eine erhöhte
Inflationsgefahr – getrieben durch weltweit anziehende
Rohstoffpreise, aber auch durch Lohnerhöhungen nach einer langen
Phase der Lohnzurückhaltung. Nachdem die Löhne vor der Krise vor
allem in der Peripherie überproportional stiegen (und damit zur
Schuldenkrise beitrugen), birgt nun die erwartete Lohnentwicklung in
den Kernländern Risiken. In Großbritannien hingegen werden die
Unternehmen bis auf Weiteres den Erholungsprozess tragen, da weder
seitens verunsicherter Verbraucher noch seitens des verschuldeten
öffentlichen Sektors Wachstumsimpulse zu erwarten sind.
USA: Risiken und Chancen im Equilibrium
„Black Swan“ gilt als Bezeichnung für sehr unwahrscheinliche
Ereignisse mit zumeist drastischen Auswirkungen. Solche Ereignisse
können die volkswirtschaftliche Entwicklung maßgeblich beeinflussen –
allerdings nicht nur negativ. So könnten Black-Swan-Ereignisse wie
das Erdbeben in Japan oder die Unruhen im Mittleren Osten durch ihre
Auswirkungen auf globale Lieferketten und Inflationsängste einen
Ausweg aus der Liquiditätsfalle weisen, in der sich die USA befinden.
Steigende Rohstoffpreise haben außerdem die Erschließung von
Inland-Erdgasvorkommen begünstigt und zum vermehrten Einsatz dieses
vergleichsweise preiswerten Energieträgers in den USA geführt.
Insgesamt sind die Aussichten für die USA durchwachsen, es besteht
jedoch die Chance auf besser als erwartetes Wachstum.
Japan: Auswirkungen des Erdbebens
Wenig ermutigend ist die Lage in Japan. Die jüngste
Naturkatastrophe hat der angeschlagenen Wirtschaft des Landes einen
weiteren Schlag versetzt, bedroht die industrielle Produktion und die
Energieinfrastruktur. Zwar wird der Wiederaufbau für eine bestimmte
konjunkturelle Belebung sorgen, mittelfristig sehen Experten für
Japan aber die Gefahr einer Schuldenkrise, die das Ausmaß der Krise
in der EU noch übertreffen könnte.
China: Im Kampf gegen die Inflation
China hat vor allem ein Problem: Inflation. Steigende
Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise bedrohen Stabilität und inneren
Frieden. Die Führung versucht einmal mehr, ein Überhitzen der
Konjunktur zu dämpfen, konnte aber auch durch Zinserhöhung bislang
kein klares Signal setzen. Langfristig wird die Entwicklung in China
durch einen demografischen Wandel beeinflusst, der das Wachstum
ähnlich wie in den Industrieländern verlangsamen wird.
Indien: Sorgenkind Nahrungsmittelpreise
Auch in Indien ist Inflation das dominierende Thema. Eine
durchschnittliche Teuerung von noch knapp zehn Prozent für
Nahrungsmittel – nach 20 Prozent im letzten Jahr – stellt das Land
vor große Probleme, Gleiches gilt für den steigenden Ölpreis.
Überdies trägt ein unverändert robuster Konsum zur Inflation bei.
Allgemein wird für die nächste Zeit mit einer deutlichen Zinserhöhung
gerechnet. Insgesamt sind Indiens Probleme langfristiger Natur und
bedürfen einer nachhaltigen Lösung.
Brasilien und Russland: unterschiedliche Perspektiven
In den anderen beiden BRIC-Staaten Brasilien und Russland sind die
Perspektiven sehr unterschiedlich: In Brasilien stellt die Inflation
das größte Risiko dar. Zudem droht wegen der begehrten
Rohstoffvorkommen im Land die sogenannte „holländische Krankheit“
(Dutch Disease): Die hohe Nachfrage führt zu einer
Währungsaufwertung, was wiederum den allgemeinen Export
beeinträchtigt. Anders als in Russland sind die generellen Aussichten
für Brasilien jedoch gut. In Russland sind die Aussichten außerhalb
des Rohstoffsektors indes eher gedämpft.
„Nicht nur die Entwicklung in Europa, Amerika und Fernost
beeinflusst die Weltwirtschaft, sondern auch die Ereignisse in
Nordafrika und im arabischen Raum. Geopolitische Umbrüche in dieser
Region könnten den globalen Wachstum mittelfristig maßgeblich
beeinflussen“, ergänzt Dr. Elisabeth Denison.
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Ende
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