– Die Hälfte der Befragten geht von einem Anstieg des Marktanteils reiner Elektroautos (BEV) auf mindestens 30% bis 2025 aus
– 86% der Automobilmanager sprechen sich für den Aufbau von Know-how und Produktionskapazitäten von Chips aus
– Individuelle Mobilität bleibt für 42% der Befragten über Covid-19 hinaus gefragt
– Der Anteil der Befragten, die mehr Frauen in Führungspositionen als Chance sehen, steigt im Jahresvergleich auf 50%
München (ots) – Die pandemiebedingte Konjunkturabkühlung ist für mehr als drei Viertel (77%) der deutschen Automobilmanager die größte Herausforderung im laufenden Jahr, wie das „Stimmungsbarometer Automotive 2021“ von PwC und Strategy&, der Strategieberatung von PwC, zeigt. Dennoch blicken die im März und April 2021 befragten Führungskräfte deutscher Automobilhersteller, -zulieferer und -händler optimistisch in die Zukunft. So erwartet die Mehrheit für 2021 ein Wachstum der Pkw-Neuzulassungen und der Pkw-Produktion. Auch die aktuellen Covid-19-Automotive-Szenarien von PwC gehen nach den Verkaufseinbrüchen 2020 von einem Aufwärtstrend aus – im optimistischen Upside-Szenario* wäre im laufenden Jahr ein Plus von 9% und damit ein Anstieg auf 3,2 Mio. verkaufte Pkw möglich. Bei anhaltenden Lockdown-Maßnahmen mit geschlossenen Showrooms und Händlerbetrieben könnte das Wachstum jedoch mit nur 2,5% gegenüber dem Vorjahr auch deutlich geringer ausfallen.
„Einerseits wurden Fahrzeugbestellungen durch Einschränkungen im physischen Autohandel im ersten Quartal des Jahres auf ein Minimum reduziert. Da allerdings viele Konsumenten während der Pandemie Geld zurückgelegt haben, könnte der Markt nach Ende der Lockdown-Maßnahmen schnell wieder anziehen. Wir erwarten im zweiten Quartal mindestens 50% mehr verkaufte Autos gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Darauf müssen sich die Hersteller auch produktionsseitig vorbereiten und insbesondere Lieferkettenprobleme, etwa bei Halbleiterchips, auffangen“, erläutert Felix Kuhnert, Partner und Global Automotive Leader bei PwC Deutschland.
Um Lieferengpässe und die damit verbundene Abhängigkeit der deutschen Automobilindustrie von Chipherstellern zu vermeiden, sprechen sich 86% der Befragten für den Aufbau von Know-how und Produktionskapazitäten aus, und 77% der befragten Manager fordern politische Lösungen in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung oder der EU. Hoffnungsträger des Automobilsektors bleiben alternative Antriebe. Die Hälfte der Führungskräfte rechnet mit einem Marktanteil von mindestens 30% für neuzugelassene, reine Elektroautos bis 2025 (im Vergleich zu 6,7% 2020). Entsprechend setzen sie auch ihren strategischen Fokus innerhalb der CASE-Dimensionen (Connected-Car-Dienste, Automatisiertes Fahren, Smart Mobility und Elektrifizierung) überwiegend auf Elektromobilität: 49% der Befragten investieren schwerpunktmäßig in E-Angebote, 20% in autonomes Fahren, 12% in Smart Mobility und 11% in Connected-Car-Services. Die nationale Wasserstoffstrategie bietet aus Sicht der Branche ebenfalls Chancen, allerdings eher im Lkw-Bereich: 46% der Teilnehmer erwarten durch die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle zukünftig höhere Marktpotentiale.
Covid-19 hat aus Sicht der deutschen Automobilmanager langfristige Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten der Deutschen. 42% gehen davon aus, dass Verbraucher nach der Pandemie individuelle Mobilitätsangebote weiterhin dem ÖPNV vorziehen werden, und 38% denken, dass die zurückgelegten Kilometer je Verkehrsteilnehmer weiter sinken. Die Frage, ob die Konsumenten dafür auch tiefer in die Tasche greifen, spaltet die Branche deutlich: 45% erwarten künftig eine höhere Zahlungsbereitschaft für individuelle Mobilität, ebenso 45% glauben an niedrigere Ausgaben der einzelnen Verkehrsteilnehmer.
Im Vorjahresvergleich steigt der Anteil derer, die mehr Frauen in den Führungsetagen als Chance und willkommene Modernisierung sehen, auf 50% (2020: 44%). Jede dritte Führungskraft (2020: 36%) befürchtet jedoch durch mehr weibliche Führungskräfte ein Hemmnis für die strategische Ausrichtung. Den größten Transformationsdruck spürt die deutsche Automobilindustrie bei der Digitalisierung (52%) sowie bei neuen Mobilitätskonzepten und damit verbundenen Geschäftsmodellen (49%). Den geringsten Transformationsdruck sieht die Branche im Weg hin zum softwaregetriebenen Auto. Hier fühlen sich vor allem OEMs bereits sehr gut bzw. eher gut (71%) vorbereitet. 62% der Automobilmanager sehen ihr Unternehmen gut in Sachen Nachhaltigkeit und ESG-Transformation aufgestellt.
„Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Transformation der Automobilindustrie während der Covid-19-Pandemie weiter beschleunigt wird. Die Branche sollte den Trends bei Digitalisierung, Mobilität und Nachhaltigkeit nicht nur folgen, sondern durch eigene Ideen und Lösungen gestalten. Bei nachhaltiger Mobilität hat die europäische Automobilindustrie eine Schlüsselrolle – für die aber alle Beteiligten von Herstellern bis hin zu Konsumenten gefragt sind, selbst zu definieren, welchen Stellenwert CO2-neutrale und nachhaltige Fortbewegung wirtschaftlich und gesellschaftlich zukünftig einnimmt“, kommentiert Jörg Krings, Partner bei Strategy& Deutschland.
Stimmungsbarometer Automotive
Für die B2B-Onlinebefragung von PwC und Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, im März und April 2021 wurden 201 Manager der Automobilbranche (Hersteller, Zulieferer, Handel) in Unternehmen mit weniger als 50 Mio. Euro Jahresumsatz bis hin zu Unternehmen mit mehr als 1 Mrd. Euro Jahresumsatz in befragt. Die vollständigen Ergebnisse des „Stimmungsbarometer Automotive 2021“ erhalten Sie auf Anfrage oder unter: https://www.strategyand.pwc.com/de/stimmungsbarometer-automotive-2021.html
*Die Automotive Covid-19-Szenarien von PwC Autofacts? werden monatlich aktualisiert und basieren auf den aktuellen Verkaufs- und Produktionsdaten. Prognosen zu Kundennachfrage und Produktionskapazitäten werden als Abweichung von den vor Covid-19 erwarteten Entwicklungen berechnet und in Szenarien mit jeweils unterschiedlichen Annahmen zur Marktdynamik konsolidiert. Im Upside-Szenario wird Nachfrage direkt in Fahrzeugverkäufe umgesetzt, während Verkäufe im Downside-Szenario durch Engpässe in der Lieferkette eingeschränkt werden. Das PwC-Basisszenario saldiert die Einschränkungen und bezieht saisonale Effekte mit ein. Die Szenarien für die jährliche Verkaufs- und Produktionsentwicklung reflektieren die verschiedenen wirtschaftlichen Erholungspfade gemäß „V“, „U“ und „L-förmigem“ Verlauf.
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Strategy& ist die globale Strategieberatung von PwC. Wir entwickeln individuelle Geschäftsstrategien für weltweit führende Unternehmen, basierend auf differenzierenden Wettbewerbsfähigkeiten. Wir sind die einzige Strategieberatung als Teil eines globalen Professional Services Netzwerks. Unsere Expertise kombinieren wir mit Technologie und erarbeiten daraus eine passende Strategie, die effizient umsetzbar ist. „Strategy, made real“ heißt für uns, den digitalen Wandel voranzutreiben, die Zukunft mitzugestalten und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. 3.000 Strategieberater und mehr als 284.000 PwC-Mitarbeiter in 155 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Weitere Informationen unter www.strategyand.pwc.com/de.
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