Die Meinung der Bürger im Parteienstreit um die
Rente mit 67 ist eindeutig: Gefragt, in welchem Alter Arbeitnehmer im
Normalfall in Rente gehen sollten, nannte in einer Umfrage für das
Hamburger Magazin stern lediglich eine kleine Minderheit von 7
Prozent das Alter 67. Eine Rente mit 70, wie sie kürzlich Michael
Hüther, der Chef des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen
Wirtschaft, gefordert hatte, hält gar nur ein Prozent für richtig.
Die meisten Befragten (38 Prozent) sprachen sich für die derzeit
gültige Regelaltersgrenze von 65 Jahren aus. Viele Bürger wünschen
aber ein noch früheres Renteneintrittsalter: 21 Prozent bezeichneten
62 Jahre als ideal, 24 Prozent würden sogar gerne sehen, wenn die
Grenze bei 60 Jahren läge. 3 Prozent waren der Ansicht, die Deutschen
sollten schon vor Erreichen des 60. Lebensjahres in Rente gehen.
Die Debatte um die Rente mit 67 ging bislang vor allem durch die
SPD. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Kanzler Gerhard
Schröder verteidigten den Beschluss der Großen Koalition, die
Altersgrenze heraufzusetzen. Parteichef Sigmar Gabriel plädierte für
ein Aussetzen, sein Vize Klaus Wowereit gar für eine völlige Abkehr
von der Rente mit 67. Steinmeier und Gabriel sollen sich jetzt auf
einen Kompromiss geeinigt haben.
Datenbasis: 1007 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 12.
und 13. August 2010, statistische Fehlertoleranz: +/- 3
Prozentpunkte. Institut: Forsa. Auftraggeber: stern
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