stern: Atomfilz beim Endlager Gorleben – Umstrittener Ex-Manager von Vattenfall soll an Sicherheitsanalyse mitarbeiten

Bei Vorarbeiten zum geplanten Atom-Endlager in
Gorleben soll auch ein ehemaliger Pannen-Manager des Energiekonzerns
Vattenfall mitwirken. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner
neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, wird Dr. Bruno
Thomauske an einer „vorläufigen Sicherheitsanalyse“ beteiligt, die
demnächst im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wird.
Thomauske war Geschäftsführer der Atomsparte im Vattenfall-Konzern,
als in dessen Reaktor Krümmel ein Trafobrand ausbrach und einen
gefährlichen Zwischenfall verursachte. Nach massiven Vorwürfen wurde
er von seiner Funktion entbunden. Heute hat er einen Lehrstuhl an der
Technischen Hochschule Aachen, der vom Energiekonzern RWE gefördert
wird.

Mit anderen, teilweise ebenfalls von der Atomwirtschaft
unterstützten Instituten wird er nun an einer „Eignungsprognose“ für
Gorleben mitwirken, die von der Gesellschaft für Anlagen- und
Reaktorsicherheit (GRS) in Köln durchgeführt und vom
Bundesumweltministerium finanziert wird. Unter Minister Norbert
Röttgen (CDU) leitet dort Gerald Hennenhöfer die Abteilung für
Reaktorsicherheit. Er war früher für den Stromkonzern Viag tätig,
einen Vorgänger von Eon, und setzt sich jetzt nicht nur für die
Weiterführung der Arbeiten in Gorleben, sondern auch für eine
Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke ein.

Pressekontakt:
stern-Ressort
Deutschland und Gesellschaft
Telefon 040-3703-4470

Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei.