Steigende Umlagen und Netzentgelte

Berlin – Die Strompreise  für Privatverbraucher steigen zum Jahreswechsel auf breiter Front. Nach einer bundesweiten Auswertung des unabhängigen Verbraucherportals TopTarif.de (www.toptarif.de) sind derzeit bei mindestens 520 Unternehmen Preiserhöhungen von bis zu 20,0 Prozent für das Jahr 2013 geplant. Im Durchschnitt wird der Strombezug für betroffene Haushalte um 11,8 Prozent teurer.

In den ersten Monaten des kommenden Jahres werden rund 30 Millionen Haushalte mehr für ihren Strom bezahlen müssen. Neben Preiserhöhungen bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen steigen die Stromkosten zum Jahreswechsel auch für Kunden großer Energieversorger wie E.ON, Vattenfall, EWE, enviaM und Süwag erheblich. Bei RWE verteuern sich Festpreis-, Nachtspeicher- und Wärmepumpentarife. Zudem klettern die Preise in zahlreichen Großstädten wie Frankfurt am Main, Dortmund, Düsseldorf, Bremen, Leipzig, Dresden, Duisburg und Bochum. Für Februar hat bereits die baden-württembergische EnBW eine Preiserhöhung angekündigt.

„Mit Blick auf die anstehende Erhöhungswelle steht betroffenen Verbrauchern der bislang stärkste Strompreisanstieg seit Beginn der Energiemarkt-Liberalisierung 1998 bevor“, macht Daniel Dodt von TopTarif.de deutlich. Auf einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom kommen in 2013 Mehrkosten von durchschnittlich 123 Euro zu. In der Spitze werden sogar bis zu 206 Euro mehr in Rechnung gestellt. „Im Zuge der Energiewende steigen gesetzliche Abgaben und Steuern auf den Strompreis erheblich, weshalb damit zu rechnen ist, dass zahlreiche weitere Anbieter in den ersten Monaten des kommenden Jahres ihre Tarife erheblich verteuern werden“, so Dodt.

Höhere Umlagen, Netzentgelte und Steuern treiben den Strompreis
   
Die finanziellen Folgen der Energiewende treffen die Haushalte im kommenden Jahr mit voller Wucht. Auffällig häufig beschweren sich derzeit die Energieversorger, dass sie mehr und mehr zu „Inkassounternehmen des Staates“ werden. Weil immer neue und höhere Zwangsabgaben an den Verbraucher weitergegeben werden müssten, könnten die Anbieter trotz Einkaufsvorteilen kaum noch Einfluss auf die konkrete Strompreisgestaltung nehmen, lässt sich dieser Tage in vielen Pressemitteilungen lesen. 

Tatsächlich steigen die Kosten mehrerer gesetzlicher Abgaben, die Verbraucher schultern müssen, im kommenden Jahr deutlich an. So klettert die EEG-Umlage 2013 von derzeit 3,592 auf 5,277 Cent/kWh. Auch die im letzten Jahr eingeführte Umlage nach §19 der Stromnetzentgeltverordnung (Sonderkundenumlage), zur Befreiung stromintensiver Betriebe von den Netzentgelten, verdoppelt sich von 0,151 Cent/kWh auf 0,329 Cent/kWh. Teurer wird zudem die KWK-Umlage, über die die Kraft-Wärme-Kopplung gefördert wird. Sie steigt im nächsten Jahr von 0,002 auf 0,126 Cent/kWh. Neu ist die sogenannte Offshore-Haftungsumlage zur Finanzierung der Risiken bei der Netzanbindung von Windparks in der Nord- und Ostsee. Gerechnet wird mit einer Umlagenhöhe von 0,25 Cent/kWh.** Hinzu kommt vielerorts ein teils erheblicher Anstieg der Netzentgelte für die Durchleitung von Strom zum Endkunden, der die Preise 2013 noch weiter nach oben treibt.

Einen nicht unerheblichen Anteil bei den anstehenden Preiserhöhungen spielt auch die Besteuerung des Stroms. So müssen Privatverbraucher für ihren Strombezug 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Werden einzelne Preiskomponenten, wie aktuell die gesetzlichen Umlagen und Netzentgelte deutlich teurer, wächst auch die Steuerlast kräftig mit, die von den Haushalten zu tragen ist. „Allein für die ab 2013 gültige EEG-Umlage muss jeder Haushalt im kommenden Jahr durchschnittlich 35 Euro Mehrwertsteuer zahlen“, kritisiert Dodt. „Die geltenden gesetzlichen Regelungen bestrafen Verbraucher doppelt, da neben den steigenden Kosten der Energiewende auch höhere Steuern gezahlt werden müssen, während der Staat finanziell von der Verteuerung profitiert.“
     
Angesichts der kommenden Strompreiserhöhungen empfehlen die Experten von TopTarif.de (www.toptarif.de) die Wahl von Tarifen mit langfristigen und umfangreichen Preisgarantien. Mit Blick auf unterschiedliche Preissicherungsmodelle am Markt sollte die EEG-Umlage insbesondere bei den häufig angebotenen eingeschränkten Preisgarantien bereits in den aktuellen Tarifen enthalten sein.