Start der NEBA-Schnuppertage in Ostösterreich: Wirtschaft bietet 547 Schnupperplätze

„Mit dieser Aktion sind wir besonders nah an den Bedürfnissen der Wirtschaft und können dadurch nachhaltige Zukunftschancen am Arbeitsmarkt für benachteiligte Jugendliche schaffen“, freut sich Dr. Günther Schuster, Leiter des Sozialministeriumservice http://www.sozialministeriumservice.at .
Die NEBA-Schnuppertage finden heuer vom 20.Oktober bis zum 21. November 2014 in ganz Österreich statt. 144 neue Unternehmen – Kleinstbetriebe und KMU, aber auch Global Players wie McDonalds, KTM und FACC – konnten 2014 für die Aktion gewonnen werden. Jugendliche können heuer insgesamt 297 verschiedende Berufsbilder kennenlernen, unter anderem Fassbinder/in, Zerspanungstechniker/in, Landschaftsgärtner/in, Einzelhandelskaufmann/-frau, Metallverarbeitungstechniker/in, Gastronomiefachmann/-frau, Bildhauer/in, Tierpfleger/in, Maurer/in und Schalungsbauer/in, Buchbinder/in, Gerber/in, Rauchfangkehrer/in, technische/r Zeichner/in und viele mehr.

Bereits 1.300 Schnuppertage eine Woche vor Start der NEBA-Aktion
Wie sehr die Möglichkeit von den Unternehmen angenommen wird, zeigen auch die Begründungen für eine Teilnahme. Eine Mehrzahl der Betriebe erklärte, es sei zur Zeit gar nicht einfach, interessierte und motivierte Jugendliche für bestimmte Lehrberufe zu gewinnen. „Jugendliche wählen ihren Beruf oft nach einem „Coolness-Faktor“ aus“, erklärt Gerhard Hofer, ein Rauchfangkehrer aus Linz. „Genau das kann unsere Branche vielleicht nicht bieten, dabei wird sie durch die Bedeutung von Umweltschutz, Energiesparen und Nachhaltigkeit immer wichtiger.“ Jetzt will er mit den NEBA-Schnuppertagen die Chance nutzen, auch im Bereich der Jugendlichen mit Behinderung oder sozialer Ausgrenzung sein Unternehmen als sozial engagierter Arbeitgeber bekannt zu machen.
Betriebe, die bereits Mitarbeiter/innen mit einer Behinderung beschäftigen, sind auch Teil der NEBA-Schnuppertage. Die Konfekt-Manufaktur Heindl in Wien hat Erfahrungen in diesem Bereich, und zwar „sehr positive, für beide Seiten“, wie Marketingleiterin Lindner betont. Die Waldviertler Werkstätten – bekanntes Produkt die Gea-Schuhe – sind in diesem Bereich ebenfalls sehr engagiert. „Die Arbeit mit behinderten oder benachteiligten Personen ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen“, erklärt Personalchefin Sarah Pfleger. „Gemeinsam ist es möglich, eine passende Stelle zu finden oder zu schaffen. Wir leben Inklusion, auch wenn ich diesen Begriff im Alltag nicht verwende“, ergänzt sie.

NEBA-Schnuppertage in Ost- und Westösterreich
Die Kampagne der NEBA-Schnuppertage ist heuer zweigeteilt. Vom 20.10. – 7.11. bieten Unternehmen in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und der Steiermark die Möglichkeit, unterschiedlichste Berufsbilder kennenzulernen, vom 10.11. – 21.11. sind es Betriebe in Salzburg, Tirol, Vorarlberg und Kärnten.

Jugendliche können 1-3 Tage „schnuppern“, einige Unternehmen wollen sogar eine ganze Praktikumswoche investieren. Denn, wie etwa PR-Managerin Silvia Kosbow von Deichmann feststellt: „Wir möchten Jugendliche für eine Lehre bei uns begeistern. Wir haben Erfahrungen mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung oder anderen Benachteiligungen. Oft konnten wir die Erfahrung machen, dass sich diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen besonders engagieren und dadurch eine Basis für ihre erfolgreiche Zukunft legen.“ Es gehe, so Kosbow, mit der Teilnahme an den NEBA-Schnuppertagen aber auch um ein gesamtgesellschaftliches Engagement. „Es kaufen KundInnen unterschiedlichster Herkunft bei uns ein, wir haben Bewerber/innen aus den unterschiedlichsten Branchen und mit ganz verschiedenen Ausbildungen. Daher muss sich ein Unternehmen wie Deichmann immer damit auseinandersetzen, wo es seinen Platz in der Gesellschaft sieht und wie es Menschen in seiner Verschiedenartigkeit erreichen kann. Inklusion betrifft uns alle!“

In den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland und der Steiermark werden vom NEBA Netzwerk Berufliche Assistenz insgesamt knapp 30.000 Jugendliche betreut und für den Auftritt auf dem Arbeitsmarkt vorbereitet bzw. bereits Beschäftigte entsprechend unterstützt.

Ãœber das NEBA Netzwerk Berufliche Assistenz http://www.neba.at
Das Sozialministeriumservice hat für Jugendliche aktuell vier Beratungs-, Unterstützungs- und Serviceleistungen – Jugendcoaching, Arbeitsassistenz, Berufsausbildungsassistenz und Jobcoaching – die von rund 240 NEBA-Anbieter und –Anbieterinnen (NEBA Netzwerk Berufliche Assistenz) in ganz Österreich angeboten werden. „Mit der Aufnahme des Jugendcoaching-Programms im Vorjahr hat sich die Zahl der betreuten Jugendlichen enorm ausgeweitet“, erklärt der Leiter des Sozialministeriumservice, Dr. Günther Schuster. Jugendcoaching betreut nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern in hohem Maße auch sogenannte „ausgrenzungsgefährdete“ Jugendliche, die aufgrund sozialer oder schulischer Defizite nur schwer auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können.
NEBA ist eine Initiative des Sozialministeriumservice http://www.sozialministeriumservice.at, für alle NEBA-Leistungen wurden im Jahr 2013 rund 54 Mio. Euro aufgewendet. Betreut und gecoacht von den NEBA-Anbieterinnen und –Anbietern wurden im Vorjahr insgesamt mehr als 47.000 Menschen mit Behinderung oder anderer Benachteiligung von 14 bis 64 Jahren.