Zu Beginn des relativ kurzfristig anberaumten Besuchs informierte Jugenddorfleiter Jochen Nordau den Politiker über die Einrichtung. So absolvieren derzeit über 580 Jugendliche ihre Berufsausbildung oder eine Berufsvorbereitung im CJD Jugenddorf Offenburg. Mit seinen insgesamt 215 Mitarbeitern ist die Einrichtung ein wichtiger Arbeitgeber der Region.
Bei den in Offenburg angebotenen Berufsfeldern zeigt sich der Trend hin zur Dienstleistung: Parallel zum eher gleich bleibenden Bedarf im Ausbildungsbereich „Gewerbe/Technik“ verzeichnen die Berufe der Felder Ernährung, Hauswirtschaft, Wirtschaft und Verwaltung eine höhere Nachfrage.
Dieser Entwicklung folgend, wurden gemeinsam mit dem Politiker auch Überlegungen zu einem neuen Standbein zur Zukunftssicherung des CJD Jugenddorfes Offenburg diskutiert. So ist angedacht, künftig auch Ausbildungen im Bereich der Pflege und der so genannten haushaltsnahen Dienstleistungen anzubieten.
Staatssekretär Fuchtel empfahl, hierzu den Kontakt zur Robert Bosch Stiftung herzustellen. Dort werde in einem Modellprojekt bereits die Ausbildung zum „Servicehelfer im Sozial- und Gesundheitswesen“ angeboten.
Bei dieser Ausbildung werden leistungsschwache Hauptschulabsolventen für unterstützende Tätigkeiten in der Alten- und Behindertenhilfe und im Krankenhaus qualifiziert. Dabei gehe es nicht um Pflege, sondern beispielsweise um die Unterstützung alter oder behinderter Menschen bei Spaziergängen, bei den Mahlzeiten oder der Hausarbeit. Ein adäquates Angebot könnte daher auch für die Jugendlichen im CJD Jugenddorf Offenburg interessant sein.
Samuel Breisacher, ehemals Bereichsleiter Arbeitsmarktdienstleistungen und Projekte in Offenburg und heute in der CJD-Zentrale in Ebersbach tätig, informierte den Staatssekretär anschließend über PROFIL-AC.
Das vom CJD Jugenddorf Offenburg in Zusammenarbeit mit der Tübinger MTO Psychologische Forschung und Beratung GmbH entwickelte Verfahren dient der Analyse der individuellen Kompetenzen von Jugendlichen ab der 7. Klasse sowie von Erwachsenen.
Ab dem Schuljahr 2010/2011 wird PROFIL-AC flächendeckend in allen Haupt- und Förderschulen Baden-Württembergs eingesetzt. Hierzu wurden über 5.000 Lehrkräfte intensiv geschult. Um das herausragende Konzept auch bundesweit bekannt zu machen, steht PROFIL-AC im Mittelpunkt eines am 8. Dezember in Stuttgart stattfindenden Fachtages.
Abschließend informierte sich Staatssekretär Fuchtel noch über die Mittelverwendung beim Epilepsie-Projekt, ein durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziertes Modellvorhaben zur Verbesserung der Ausbildung und Eingliederung junger Menschen mit Epilepsie.
Das mittlerweile beendete Projekt verzeichnete eine insgesamt positive Bilanz, so das Fazit der Projektverantwortlichen. Es wurde allerdings schnell deutlich, dass der Aufklärungs- und Beratungsbedarf groß ist. Die dreijährige Projekt-Laufzeit erwies sich als zu kurz. Um eine dauerhafte berufliche Integration der betroffenen Menschen zu erzielen, wäre ein Nachfolgeprojekt wünschenswert.