
(Stuttgart/Reutlingen) – Seit Mai 2020 fördert das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Aufbau des internationalen Kooperationsnetzwerkes „smart analytics“ zur Entwicklung innovativer analytischer Methoden und Anwendungen im Gesundheitswesen und für Industrie und Forschung. Nun erhielt das erste Forschungs- und Entwicklungsprojekt eine Förderung: Die 4base lab AG aus Reutlingen entwickelt neue Ansätze zur Ãœberprüfung und Qualitätskontrolle mRNA basierender Impfstoffe.
Die WHO hat im Jahr 2016 eine neue Substanzklasse für Impfstoffe genehmigt, die auf Messenger-RNA (mRNA) basieren. Wirkstoffe auf Grundlage der mRNA funktionieren durch Bereitstellung spezifischer Matrizen im Patienten, dessen Körper den eigentlichen Wirkstoff selbst herstellt. Aktuelle Forschungs- und Entwicklungsfelder sind prophylaktische Impfstoffe – beispielsweise gegen SARS-CoV-2 Viren.
Im Rahmen des geförderten Projektes „NanoR“ der 4base lab AG sollen neue Ansätze zur Ãœberprüfung und Qualitätssicherung von mRNA basierenden Impfstoffen entwickelt werden, die die Fehlerrate der synthetisierten mRNA reduziert und deren Qualität sichert. Die Qualität der mRNA ist entscheidend für ihre Stabilität und somit auch für das Verhalten bzw. deren Wirkentfaltung im Patienten. Die neue Methode kann die Qualitätskontrolle in der pharmazeutischen Industrie entscheidend verbessern, da die Halbwertszeit von RNA-Impfstoffen im menschlichen Körper erstmals mit quantifizierbaren Daten aus der Qualitätskontrolle der Impfstoffproduktion abgeglichen werden kann. In Zukunft kann dies für die Entwicklung neuer Impfstoffe zusätzliche Perspektiven in Bezug auf Effektivität und Sicherheit eröffnen.
Koordinator des internationalen ZIM-Netzwerkes „smart analytics“ auf deutscher Seite ist die BioRegio STERN Management GmbH. Projektleiterin Dr. Verena Grimm: „Die Umsetzung dieses innovativen Projektes ist für die 4base lab AG, aber auch für Impfstoffproduzenten ein bedeutender und insbesondere zukunftsorientierter Schritt.“
Das Projekt „smart analytics“ wird vom BMWi gefördert und umfasst mittlerweile 25 Partner aus Europa. Weitere Unternehmen sind als Projektpartner willkommen und werden im Rahmen des Projektes zielgerichtet unterstützt, um bei Bedarf ebenfalls erfolgversprechende Anträge für Forschung und Entwicklung beim ZIM einreichen zu können.
Interessierte Unternehmen können sich bei Dr. Verena Grimm melden:
grimm@bioregio-stern.de, T 0711-870354-27