Sexueller Missbrauch: Regierung beteiligt Parlament am Runden Tisch

Zur Aktuellen Stunde des Deutschen Bundestags „Konsequenzen aus den zahlreichen bekannt gewordenen Faellen sexuellen Missbrauchs in kirchlichen und weltlichen Einrichtungen“ erklaert der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Olaf Scholz:

Frau Leutheusser-Schnarrenberger hat auf unsere Frage in der Aktuellen Stunde zugesagt, dass auch das Parlament an dem Runden Tisch beteiligt wird. Das ist gut, denn die Einrichtung eines Runden Tisches darf kein Selbstzweck der Bundesregierung sein.

Niemand darf den Eindruck haben, sexueller Missbrauch sei ein Problem der Vergangenheit. Sexueller Missbrauch findet auch heute statt, wenngleich wir das wirkliche Ausmass nicht kennen. In immer neuen Wellen ist Schreckliches ans Tageslicht gekommen. Den Taetern muss klar sein, dass sie sich nicht schon nach kurzer Frist in Sicherheit waehnen duerfen. Deshalb muessen wir auch ueber die strafrechtlichen Verjaehrungsfristen reden. Wir halten hier eine regelmaessige Verjaehrung erst nach 20 Jahren fuer richtig.

Um kuenftigem sexuellen Missbrauch wirksamer entgegen zu treten, muessen wir Licht in das Dunkelfeld des sexuellen Missbrauchs bringen. Es ist notwendig, das aktuelle Ausmass sexuellen Missbrauchs in Deutschland wissenschaftlich aufzuarbeiten. Dazu muss die Bundesregierung die notwendigen Mittel zur Verfuegung stellen.

2010 SPD-Bundestagsfraktion – Internet: http://www.spdfraktion.de