Zu Beginn des Forschungssymposiums hielt Prof. Dr. Monika Rausch, Professorin für Primäre Prävention an der EUFH, einen Vortrag zum Wissenschaftsverständnis in Logopädie und Sprachtherapie. Sie warf die Frage nach der Substanz des Fachgebietes und der klinischen Praxis in wissenschaftlicher Hinsicht auf. Logopäden und Sprachtherapeuten brauchen sehr viele Fähigkeiten und Fertigkeiten, um erfolgreich erkennen, behandeln und vorbeugen zu können. Natürlich sollte ihr Wissen verlässlich sein. Reines Erfahrungswissen sei wichtig, so Prof. Rausch, reiche aber nicht aus, weil es unsystematisch ist. Die Forschungsergebnisse aus Bezugswissenschaften wie Psychologie oder Linguistik seien hilfreich, beantworten aber keine spezifischen Fragen aus Logopädie und Sprachtherapie. „Würden wir uns alleine darauf verlassen, dann würden wir die Weiterentwicklung unserer Disziplinen dem Zufall überlassen. Wir wollen aber auch selbst zielgerichtet zur besseren Versorgung in Logopädie und Sprachtherapie beitragen“, betonte Prof. Rausch.
Prof. Dr. Julia Siegmüller, Dekanin des Fachbereichs Angewandte Gesundheitswissenschaften, gab den Gästen einen Überblick über die Forschungsergebnisse des an der EUFH angesiedelten Logopädischen Instituts für Forschung (LIN.FOR). Von 2007 an haben Prof. Siegmüller und ihr kleines Team das bis heute in Deutschland einzigartige Institut vor der Gründung der Fakultät drei Jahre später aufgebaut. Am Standort Rostock leiten die Professorinnen der EUFH die wissenschaftlichen Projekte des auf allen Forschungsfeldern der Logopädie aktiven Instituts. Dazu gehört die störungsbildorientierte Grundlagenforschung ebenso wie Diagnostikentwicklung, experimentelle Therapieforschung oder Evidenzbasierung von Therapiemaßnahmen. Die Forscher beschäftigen sich aber beispielsweise auch mit der Entwicklung einer Forschungsethik oder der Kompetenzforschung auf dem Gebiet der Hochschullehre.