Scio: nescio – Sokratisches Gespräch als Methode zur Verbesserung kommunikativer Fähigkeiten

Die intensive Gesprächsatmosphäre eines Sokratischen Gesprächs schult die kommunikativen Fähigkeiten Zuhören, Nachfragen und Formulieren der eigenen Meinung. Diskussionen, die nach Sokratischer Methode gestaltet werden, beginnen mit einem Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden zum gewählten Thema. Ausgehend von einem ausgewählten Beispiel wird anschließend in ein bis zwei Tagen versucht, eine von allen tragbare Antwort auf die Ausgangsfrage zu finden. Mit Hilfe des Gesprächsleiters können Sokratische Gespräche auch genutzt werden, konkrete organisations- und unternehmensbezogene Fragestellungen kooperativ zu lösen. Außerdem ist die Methode in der Fort- und Weiterbildung für viele weitere Themen einzusetzen.

Die für den Oktobertermin in Berlin ausgewählte Fragestellung „Welche Werte halten unsere Gesellschaft zusammen?“ zielt weniger auf die Wertewandeldiskussionen vergangener Jahrzehnte als die aktuellen Herausforderungen, vor denen die Gesamtgesellschaft angesichts einer sich stetig weiter öffnenden Schere zwischen Armen und Reichen steht. Traditionelle Strukturen und Milieus scheinen sich aufzulösen und die Wahrnehmung vieler unterscheidet in der Gesellschaft nur noch zwischen „unten“ und „oben“. Gleichzeitig verlieren gewohnte Bezugsgrößen wie Kirchen, Parteien und Gewerkschaften an Akzeptanz und Einfluss. In dieser Situation stellt sich die Frage nach den Werten, die übriggeblieben sind oder sich neu bilden, um die Gesellschaft im Inneren zusammenzuhalten. Da von dem Thema alle betroffen sind, ist die Fragestellung gut geeignet, in einer lebendigen Diskussion erste Erfahrungen mit einer vielseitigen Methode zur Lösung offener Fragen zu sammeln.